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VIS Arbitration Moot Court

Tübingen erfolgreich in Hong Kong und Wien

Das Team unserer Fakultät konnte auch in diesem Jahr an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen und wurde beim jährlichen Willem C. Vis Arbitration Moot Court in Hong Kong und Wien für alle eingereichten Schriftsätze ausgezeichnet.

 

Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court zählt mit über 330 teilnehmenden Universitäten zu den größten und prestigeträchtigsten studentischen Wettbewerben weltweit. Über einen Zeitraum von sechs Monaten schlüpften sechs Studierende der juristischen Fakultät in die Rolle von Anwälten, um ihren Mandanten vor einem simulierten internationalen Schiedsverfahren zu vertreten.

 

 

Von links nach rechts: Rebecca Schäfer, Tobias Maier, Adrian König, Pia Streicher (Coach),
Henriette Oertel, Pierre Bounin, Bettina Menhofer, Philip-René Retzbach (Coach)

 


 

Der diesjährige Sachverhalt


Der Vis Moot Court bewegt sich sachlich im Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrecht (CISG). In diesem Jahr umfasste der Sachverhalt 62 Seiten und lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Die klagende Gesellschaft Wright Ltd. mit Sitz in Equatoriana vereinbart mit der Beklagten Gesellschaft Santos KG mit Sitz in Mediterraneo einen Vertrag über die Entwicklung, Produktion und Lieferung von Lüfterblättern, welche die Beklagte zum Bau von Flugzeugturbinen benötigt. Der Vertrag enthält eine detaillierte Preisstruktur, welche es der Klägerin ermöglichen soll ihre Produktionskosten zu decken und bei niedrigen Produktionskosten einen entsprechend größeren Profit zu erzielen. Die Produktionskosten der Klägerin fallen in der Heimatwährung der Klägerin, in so genannten „Equatorianischen Denar“ (EQD) an. Innerhalb des Kaufvertrags haben sich die Parteien auf die Zahlung in US$ geeinigt, ohne jedoch eine Wechselrate zwischen US$ und EQD zu vereinbaren. Der zwischen den Parteien geschlossene Kaufvertrag enthält eine Schiedsklausel, wonach alle aufkommenden Streitigkeiten zunächst im Wege einer gütlichen Einigung beseitigt werden sollen. Kann keine einvernehmliche Lösung erzielt werden, hat jede Partei über einen Zeitraum von 60 Tagen die Möglichkeit ein Schiedsverfahren einzuleiten. Wenige Wochen nach Abschluss des Kaufvertrags tritt die Beklagte erneut an die Klägerin heran, da sie noch passende Befestigungsklammern für die Lüfterblätter benötigt. Die Parteien ergänzen den Kaufvertrag handschriftlich dahingehend, dass auch die Befestigungsklammern entsprechend zu liefern sind. Auch wird eine Wechselrate vereinbart, welche den Wechselkurs auf US$ 1 = EQD 2,01 fixiert. Nach Abschluss dieser Vereinbarung kommt es zum Währungseinbruch in Equatoriana. Sowohl die Lüfterblätter als auch die Befestigungsklammern weisen bei Lieferung keine Mängel auf. Die Klägerin macht jedoch geltend, die Beklagte habe den Kaufpreis nicht vollständig bezahlt und erhebt Schiedsklage. Die Klägerin trägt vor, dass die fixe Wechselrate nicht geeignet sei die in EQD angefallenen Produktionskosten hinreichend zu decken. Deshalb finde die fixe Wechselrate ausschließlich Anwendung auf die Befestigungsklammern. Für die Berechnung des Kaufpreises bezüglich der Lüfterblätter sei daher eine flexible Wechselrate anzuwenden. Ferner sei bei der Zahlung des Kaufpreises eine staatliche Gebühr für Maßnahmen gegen Geldwäsche angefallen, welche die Käuferin ebenfalls schulde. Die Beklagte wendet ein, dass bereits die Schiedsklage unzulässig sei, da die Klägerin die Klage verspätet eingereicht und nicht alle für eine ordnungsgemäße Klage erforderlichen Dokumente beigefügt habe. Ferner sei die fixe Wechselrate neben den Befestigungsklammern auch für die Lüfterblätter maßgeblich, da die handschriftliche Ergänzung auf den ganzen Vertrag anzuwenden sei. Letztlich sei die Gebühr gegen Geldwäsche ebenfalls nicht geschuldet, da diese bei Vertragsschluss nicht existierte und zu einer unangemessenen Mehrbelastung der Käuferin führe.

Hinsichtlich dieser Streitpunkte hatten die Studierenden sowohl eine Replik als auch eine Duplik zu verfassen, bevor der Streit vor einem simulierten Schiedsgericht ausgefochten werden sollte.

 


 

 

Die schriftliche Phase


Ab Oktober 2016 schlüpften die Studierenden in der schriftlichen Phase zunächst in die Rolle des Klägers und haben einen Schriftsatz verfasst, welcher dem Team einer anderen Universität zur Beantwortung zugeschickt wurde. Anschließend hat das Team unserer Fakultät die Seite gewechselt und musste als „Respondent“ auf die Schriftsätze der indischen Universitäten Jodhpur und Noida antworten.

 

 

Team Tübingen in Hong Kong

 

Erstmals ist es dem Team unserer Fakultät bestehend aus den Studierenden Pierre Bounin, Adrian König, Tobias Maier, Bettina Menhofer, Henriette Oertel, Rebecca Schäfer unter der Betreuung von Michel Boven und Philip-René Retzbach in diesem Jahr gelungen, für alle drei Schriftsätze eine Auszeichnung zu erlangen:

In Hong Kong wurde der Klageschriftsatz mit der „Honorable Mention for Best Memorandum on behalf of Claimant“ ausgezeichnet. Der Schriftsatz gegen die Universität  Noida wurde, in Anknüpfung an die Auszeichnung aus dem Vorjahr, mit der „Honorable Mention for Best Memorandum on behalf of Respondent“ ausgezeichnet. Der zweite Beklagtenschriftsatz gegen die Universität Jodhpur wurde in Wien ebenfalls mit der „Honorable Mention for Best Memorandum on behalf of Respondent“ ausgezeichnet.

 


 

Die mündliche Phase


Der schriftlichen Phase des Wettbewerbs schloss sich zu Beginn des Jahres sich die mündliche Phase an. In der mündlichen Phase wurden die Studierenden darauf vorbereitet, die Argumente vor einem simulierten Schiedsgericht in Hong Kong und Wien vorzutragen. Erneut hat sich gezeigt, dass sich der Wettbewerb in jedem Jahr weiter professionalisiert. Im Rahmen der Vorbereitung auf die Verhandlungen in Hong Kong und Wien werden seit vielen Jahren umfangreiche Vorbereitungsveranstaltungen organisiert, deren Anzahl und Größe erneut zugenommen hat. Im Rahmen dieser Vorbereitungsveranstaltungen werden Probeverhandlungen gegen Teams anderer Universitäten geführt, um die Rhetorik, die Argumentation aber auch das Teamwork der Sprecher zu verfeinern. Bedingt durch die Größe des Wettbewerbs sind Teams ohne eine entsprechende Vorbereitungsphase daher seit längerer Zeit bereits nicht mehr wettbewerbsfähig.

In der Vorbereitung auf die mündlichen Verhandlungen konnte unser Team in diesem Jahr für Probeverhandlungen in die Städte Stuttgart, Köln, Düsseldorf, München, Hannover und Frankfurt reisen. An dieser Stelle gilt der Dank den Förderern des Teams, ohne welche eine angemessene Vorbereitung auf den Wettbewerb nicht zu realisieren ist!

 

Das Tübinger Team bei einem Ausflug nach Macao

 

Am 24. März reiste das Team für die mündlichen Verhandlungen zunächst nach Hong Kong. In Hong Kong haben in diesem Jahr erneut rund 120 Teams, 300 Schiedsrichter und 1200 Studierende am Wettbewerb teilgenommen. Am ersten Verhandlungstag in Hong Kong traf unser Team in den „General Rounds“ zunächst auf die Chinese University of Hongkong. Mit jeweils einem Pleading pro Tag trafen wir anschließend auf unseren Schriftsatzgegner, die Symbiosis Law School Noida,  die Universität Wien und die Shanghai University of Political Science and Law.

Am 06. April reiste unser Team daraufhin weiter zu den mündlichen Verhandlungen nach Wien. In Wien haben in diesem Jahr rund 320 Universitäten unter Anwendung eines neuen Punkteschlüssels teilgenommen: In der Vergangenheit konnte ein einzelner Sprecher in jeder Verhandlung maximal 50 Punkte erreichen. Über die Jahre hatte sich so eine Praxis etabliert, sodass ein Team mit einem  gewissen Punkteschnitt mit einem Weiterkommen in die K.O.-Runden der besten 64 Teams rechnen konnte. Aufgrund des neu eingeführten Punkteschlüssels von maximal 100 Punkten je Sprecher und Verhandlung, konnten alle Beteiligten in diesem Jahr nur schwer einschätzen, welche Punktzahl für ein Weiterkommen in die K.O.-Runden erforderlich ist.

 

Die Welcome Reception in Wien mit über 330 teilnehmenden Universitäten

 

Unser Team traf in Wien auf die Universität Helsinki, die Universität Nijmegen, unseren Schrifsatzgegner Jodhpur sowie das Team der Fundação Armando Alvares Penteado.  Leider ist es unserem Team in diesem Jahr nicht wie in den vergangenen zwei Jahren gelungen die Finals zu erreichen. Eine Auszeichnung für jeden der eingereichten Schriftsätze stellt für die Fakultät hingegen ein Novum dar. Da jeweils nur die rund 25 besten von über 330 eingereichten Schriftsätzen eine Auszeichnung erhalten, freuen wir uns, auch mit dem diesjährigen Team an die Erfolge der Universität Tübingen im Rahmen des Vis Moot Courts anzuknüpfen!

 

Das Team unserer Fakultät gemeinsam mit den Teams aus München, Mannheim und Düsseldorf bei der Preisverleihung in Wien



 

Reise auch du nach Hong Kong und Wien!

 

Auch im nächsten Jahr wird unsere Fakultät wieder mit einem Team an hochmotivierten Studierenden an dem immer größer werdenden Wettbewerb teilnehmen. Hierfür suchen wir noch interessierte Studenten unserer Fakultät! Teilnehmen können Studenten ab dem zweiten Semester. Neben Kontakten zu den an den Teilnehmern sehr interessierten Wirtschaftskanzleien wartet auf die Teilnehmer ein unvergessliches Teamerlebnis und eine Verlängerung des „Freiversuchs“ um ein Semester!


Einen Eindruck was auf Dich wartet kannst Du auf unserem Facebook-Account, auf Youtube und unserer Website gewinnen.


Solltest Du daher im Wintersemester 2016/2017 schon Jura studiert haben, so freuen wir uns sehr auf Deine Bewerbung!  Auch höhere Fachsemester sind selbstverständlich gerne gesehen! Nähere Informationen zur Bewerbung und zum Ablauf findest Du in Kürze auf unserer Website.

Der Wettbewerb beginnt in jedem Jahr im Oktober und dauert bis zum April des darauf folgenden Jahres.

 


 

 

Einführung in das Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrecht

 

Allen Interessierten wird die Veranstaltung „Einführung in das Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrecht“ nahe gelegt (CAMPUS).

Die Veranstaltung setzt sich mit den Grundlagen des Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrechts (CISG)
auseinander. Der Anwendungsbereich und das Leistungsstörungsrecht des CISG sowie Fragen der Jurisdiktion von
Schiedsgerichten und die Vollstreckung von Schiedssprüchen bilden den Schwerpunkt der
Veranstaltung.

Termine der Veranstaltung:

Montag 22.05., 13-18 Uhr, Raum 225, Neue Aula

Samstag 27.05., 08-13 Uhr, Raum 225, Neue Aula

Montag 19.06., 13-18 Uhr, Raum 225, Neue Aula

Samstag 24.06., 08-13 Uhr, Raum 225, Neue Aula