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Studienbegleitendes Programm "Recht - Ethik - Wirtschaft"

Aktuelles

Jahresrückblick „Recht-Ethik-Wirtschaft“ 2018

Das Zertifikatsstudium „Recht-Ethik-Wirtschaft“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen kann auf ein ereignis- und erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. Das in Deutschland einzigartige Lehrformat, welches sich begleitend zum Hauptfachstudium über vier Semester erstreckt, vermittelt Studierenden der Rechtswissenschaften, der Theologie, der Wirtschaftswissenschaften und anderer Fachrichtungen sowohl Fachwissen als auch Diskurskompetenz zu den Schnittstellen von Recht, Ethik und Wirtschaft. Mit Freude und Dank kann berichtet werden, dass die Walter Sigle Stiftung das Zertifikatsstudium seit 2018 unterstützt. Hierdurch wird die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Symposien nachhaltig gefördert.

Im vergangenen Jahr befassten sich die Studierenden mit den „Grundfragen der Ethik in Recht und Wirtschaft“ sowie dem Thema „Public and Private Governance“. Neben Vorträgen zu Compliance, dem aktuellen Umgang mit CSR-Regeln und einem menschenrechtsgerechten Verhalten von Unternehmen waren auch die Menschenwürde sowie die Globalisierung und ihr Verhältnis zum Kosmopolitismus Inhalt der Vorlesungen. Dabei zeigten die Vorträge den Teilnehmenden immer wieder deutlich, wie praxisrelevant scheinbar abstrakte rechtlich-ethische Abwägungsfragen werden können. Verstärkt wurde diese Erkenntnis durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Zertifikatsstudiums „Recht-Ethik-Wirtschaft“ mit dem Weltethos-Institut in Tübingen sowie durch Vorträge von Referenten aus der Berufspraxis.  So besuchte beispielsweise Herr Dr. Boris Kasten, Syndikusanwalt bei der Schindler Holding in der Schweiz, das Zertifikatsstudium für einen Vortrag zum Thema „Recht, Ethik und Wirtschaft in der Compliance-Praxis internationaler Unternehmen“.

Im Juli feierte das Zertifikatsstudium einen Meilenstein: Der erste Jahrgang der Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatsstudiums erhielt im Rahmen einer Feierstunde die Universitätszertifikate. Der Gründer der Walter Sigle Stiftung, Herr RA Professor Dr. Walter Sigle, sprach bei der Verleihung der Zertifikate persönliche Worte und berichtete aus seinem reichen Anwaltsleben über praxisbezogene Aspekte der Schnittstellen von Ethik, Recht und Wirtschaft. Die erste Zwischenbilanz zeigte, dass das neue Studienangebot an der Universität Tübingen den interdisziplinären und interfakultären Diskurs fördert. Nicht nur Dozenten unterschiedlicher Fachrichtungen kommen zusammen, sondern auch Studierende verschiedener Fakultäten.

Im November hat sodann an der Juristischen Fakultät das erste öffentliche Symposion des Zertifikatsstudiums „Recht-Ethik-Wirtschaft“ stattgefunden. Es behandelte das Thema „Künstliche Intelligenz und Menschenwürde“. Als Referenten konnten Herr Prof. Martin Butz von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen sowie Herr Prof. Martin Nettesheim von der Juristischen Fakultät gewonnen werden. Das sehr gut besuchte Symposium stand nicht nur den Teilnehmenden des Zertifikatsstudiums offen, sondern richtete sich entsprechend der gesellschaftlichen Relevanz des Themas auch an die interessierte Öffentlichkeit. Im Anschluss an die Vorträge beider Referenten entstand eine angeregte und lang andauernde Diskussion mit den Zuhörerinnen und Zuhörern. Der Abend schloss mit einem Empfang in der Wandelhalle, bei dem die Gespräche fortgeführt wurden und persönliche Kontakte geknüpft werden konnten.

Schließlich bot sich für die Studierenden des Zertifikatsstudiums und des Schwerpunktbereichs Völkerrecht im Dezember die Gelegenheit, sich mit dem indischen Aktivisten und Rechtsanwalt Colin Gonsalves zum Thema "Legal struggle against poverty and hunger - public interest litigation and social change“ auszutauschen.

Gonsalves erhielt 2017 für sein Engagement den Alternativen Nobelpreis. Mit einer Musterklage hat Gonsalves die Anerkennung des „Rechts auf Nahrung“ vor dem indischen Verfassungsgerichtshof erstritten und erreicht, dass es heute freies Essen in den Schulen und ergänzende Nahrung für Millionen armer Kinder gibt. Mit diesem Urteil hat Gonsalves Rechtsgeschichte geschrieben und gezeigt, dass durch die Geltendmachung von Menschenrechten bestehende politische und gesellschaftliche Strukturen aufgebrochen werden können. Der Abend schloss mit einem Empfang im Kleinen Senat, bei dem die Teilnehmenden sich persönlich mit Gonsalves austauschen konnten.

Text: Henrik Nolte

Podiumsdiskussion mit Colin Gonsalves

Am 30. November bot sich für die Studentinnen und Studenten des Zertifikatsstudiengangs Recht-Ethik-Wirtschaft und des Schwerpunktbereichs "Völkerrecht" an der Eberhard Karls Universität Tübingen die einmalige Gelegenheit, sich mit dem indischen Aktivist und Anwalt Colin Gonsalves zum Thema "Legal struggle against poverty and hunger - public interest litigation and social change“ auszutauschen. Gonsalves erhielt 2017 für sein Engagement den alternativen Nobelpreis.

Zunächst wandte sich Dekan Jochen von Bernstorff, Professor für Verfassungsrecht, Völkerrecht und Menschenrechte an der Universität Tübingen, mit einem Begrüßungswort an Herrn Gonsalves und die zahlreich erschienenen Teilnehmer. Dabei betonte er die immense Bedeutung der Aktivitäten und rechtlichen Errungenschaften von Gonsalves. Mit einer strategisch ausgerichteten Verfassungsbeschwerde (strategic litigation) hatte Gonsalves die Anerkennung des „Rechts auf Nahrung“ vor dem indischen Verfassungsgerichtshof erstritten und erreicht, dass es heute freies Essen in den Schulen und ergänzende Nahrung für Millionen armer Kinder gibt. Mit diesem Urteil habe Gonsalves Rechtsgeschichte geschrieben und gezeigt, dass durch die Geltendmachung von Menschenrechten bestehende Strukturen aufgebrochen werden können.

Gonsalves eröffnete seinen Vortrag mit einem kritischen Blick auf die Auswirkungen der Globalisierung. Während der Begriff in der westlichen Welt für moderne Technik, Vernetzung, Mobilität und Wirtschaft stehe, habe die Globalisierung aufgrund ihrer rapiden und unkontrollierten Entwicklung in Indien sowie in anderen armen Ländern der Welt eine ganz andere Bedeutung. Mit dem Begriff würde vor allem ein Kampf um den sozialen Anschluss und die Vernachlässigung des normalen Bürgers verbunden. Trotz seiner sehr hohen Wachstumsrate investiere Indien kaum in Bildung oder soziale Infrastrukturen. Die Wirtschaft sei zwar globalisiert worden – nicht dagegen die Menschenrechte.

Gonsalves stellte klar, dass die indische Regierung im Gegensatz zu westlichen Ländern nicht bereit sei, ihren Bürgern zu helfen. Dabei sei es gerade ihre Pflicht, die Sicherung von Menschenrechten zu garantieren. Zum Handeln könne man die Regierung nur durch einen Beschluss des Verfassungsgerichts als höchste Instanz bewegen. Durch Klagen im Namen aller von Armut betroffenen Bürger hat Gonsalves es ermöglicht, dass das indische Verfassungsgericht verbindliche Vorgaben an die Regierung erteilt hat.

Diese Errungenschaft wäre, so Gonsalves, ohne soziale Bewegungen undenkbar gewesen. Während sich die Bürger in Indien vor einigen Jahren noch nicht bewusst waren, dass der Staat ihnen gegenüber zur Einhaltung von Menschenrechten verpflichtet ist, erhöhe sich heutzutage aufgrund neuer Kommunikationsmittel der gesellschaftliche Druck auf die Regierung. Dieses Phänomen sei global zu beobachten und könne auch in einem bereits entwickelten Land wie Deutschland ankommen. Schließlich könne man auch in Deutschland erwägen, Musterfeststellungsklagen (strategic litigation) auf Ebene der Menschenrechte zu ermöglichen.

Im Anschluss an den Vortrag entstand eine angeregte Diskussion mit den Zuhörerinnen und Zuhörern. Der Abend schloss mit einem Empfang im Kleinen Senat, bei dem die Gespräche fortgeführt wurden und persönliche Kontakte geknüpft werden konnten.

Text: Henrik Nolte

Öffentliches Symposion: „Künstliche Intelligenz und Menschenwürde“

Am Montag, dem 5. November 2018, hat an der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen das erste öffentliche Symposion des Zertifikatsstudiums „Recht-Ethik-Wirtschaft“ stattgefunden. Das Diskussionsthema des Abends ist von höchster Aktualität: Ob selbstfahrende Autos, zunehmende Automatisierung in der Industrie oder die Verbreitung von intelligenter Technik im Alltag – die sog. „Künstliche Intelligenz“ beeinflusst längst unser Leben und ist insbesondere auch für die Universität Tübingen von großer Bedeutung:

Denn erst Anfang Oktober hat Tübingen ein Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen erhalten. Damit wurde es zu einem von vier Standorten bundesweit gekürt, an denen das Bundesforschungsministerium Wissenschaftsprojekte zur künstlichen Intelligenz bündelt.

Das Zertifikatsstudium, das interessierten Studentinnen und Studenten sowohl Fachwissen als auch Diskurskompetenz zu den Schnittstellen von Recht, Ethik und Wirtschaft vermitteln will, hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, sich vertieft mit künstlicher Intelligenz und ihrem Verhältnis zur Menschenwürde zu befassen. Als Referenten konnten Herr Prof. Dr. Martin Butz von der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen sowie Herr Prof. Dr. Martin Nettesheim von der Juristische Fakultät der Universität Tübingen gewonnen werden. Das Symposium stand nicht nur den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von „Recht-Ethik-Wissenschaft“ offen, sondern richtete sich entsprechend er gesellschaftlichen Relevanz des Themas an die interessierte Öffentlichkeit.

Zunächst wandte sich Herr Prof. Dr. Hermann Reichold, der zusammen mit Herrn Professor Dr. Stefan Thomas das Zertifikatsstudium „Recht-Ethik-Wirtschaft“ leitet, mit einem Grußwort an die zahlreich erschienenen Teilnehmer und verdeutlichte die zunehmende Bedeutung von künstlicher Intelligenz im Alltag und in der Ausbildung. Er dankte auch Herrn Rechtsanwalt Prof. Dr. Walter Sigle und der Walter Sigle Stiftung dafür, dass die Stiftung das Zertifikatsstudium „Recht-Ethik-Wirtschaft“ seit diesem Jahr finanziell fördert und damit Veranstaltungen wie dieses öffentliche Symposium ermöglicht.

Den Einstieg in das Symposion lieferte sodann Prof. Butz mit einem Vortrag zur künstlichen Intelligenz aus mathematisch-naturwissenschaftlicher Sicht. Er zeigte dabei auf, dass das theoretische Konzept des maschinellen Lernens keinesfalls neu sei. Das Thema gewinne aber deshalb immer mehr an Bedeutung, weil durch die zunehmende Digitalisierung die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung von künstlicher Intelligenz geschaffen würden. Insbesondere die Erhöhung der Bandbreitenkapazität und eine stets anwachsende Datenmenge würden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Entscheidend sei jedoch die Erkenntnis, dass künstliche Intelligenz nicht mit menschlicher Intelligenz vergleichbar sei. Während selbstlernende Systeme in der Auswertung von Daten dem Menschen zwar weit überlegen seien, fehle es ihnen jedoch nach wie vor an der Möglichkeit, Entscheidungen an der Zukunft orientiert zu treffen und Rechenergebnisse entsprechend auszurichten. Vielmehr sei eine selbstlernende Maschine immer nur so intelligent, wie es die eingegebenen Daten und Informationen an Erkenntnis zuließen.

Dies berge, so Butz, auch die Gefahr, dass selbstlernende Systeme aufgrund verzerrter und unvollständiger Datensätze generalisieren und diskriminieren. Seiner Meinung nach sei der Weg zur echten Intelligenz von technischen Systemen zwar noch weit, es gelte aber, die Einflüsse von künstlicher Intelligenz im Detail zu beobachten.

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Butz widmete sich Prof. Nettesheim dem Verhältnis von künstlicher Intelligenz zur Menschenwürde. Er hob dabei hervor, dass der Begriff der Menschenwürde seiner Natur nach schwer zu fassen sei. Dabei gehe es weniger um die Frage nach einer genauen Bestimmung von Würde. Als absoluter, unantastbarer Kernbereich des menschlichen Lebens intendiere die in Art. 1 des Grundgesetzes verankerte Menschenwürde vielmehr, das „Leben des Einzelnen in Würde“ zu schützen. In Bezug auf künstliche Intelligenz komme es daher darauf an, den Begriff der Menschenwürde mit Blick auf die von künstlicher Intelligenz ausgehende Gefahr für einen selbstbestimmten, politisch autonomen Bürger zu bestimmen. Nettesheim warnte vor der Rationalität maschineller Entscheidungen und Handlungen, die zunehmend zu einer Verhaltensanpassung des Einzelnen führen könne.

Der Einzelne riskiere durch die vermehrte Nutzung von künstlicher Intelligenz, seine Irrationalität zu verlieren, das rationale Denkmuster von Maschinen zu übernehmen und zu einem „Netzwerkelement“ zu werden, das ohne Reflexion auf das System reagiert.

Nettesheim machte jedoch auch deutlich, dass angesichts der „tiefen Unsicherheit“ im Hinblick auf die Zukunft künstlicher Intelligenz eine vorschnelle Regulierung und Dämpfung der Entwicklung keine Option sei. Vielmehr müsse man die technischen Entwicklungen kritisch begleiten.

Es entstand im Anschluss an die Vorträge eine angeregte und lang andauernde Diskussion mit den Zuhörerinnen und Zuhörern. Der Abend schloss mit einem Empfang in der Wandelhalle, bei dem die Gespräche fortgeführt wurden und persönliche Kontakte geknüpft werden konnten.

Text: Henrik Nolte

Öffentliches Symposion: Künstliche Intelligenz und Menschenwürde

Symposion des Recht-Ethik-Wirtschaft Zertifikatsstudiums am Montag, den 5. November 2018, um 19 Uhr s.t. im Audimax (Neue Aula) über "Künstliche Intelligenz und Menschenwürde"

Termindetails

Wann

05.11.2018
von 19:00 bis 22:00

Name

Teilnehmer

Das Symposion ist öffentlich. Sie sind herzlich eingeladen.

Termin übernehmen

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Studierende,


es freut uns Sie zum öffentlichen Symposion des Recht-Ethik-Wirtschaft Zertifikatsstudiums am Montag, den 5. November 2018, um 19 Uhr s.t. im Audimax (Neue Aula) einladen zu dürfen.

Das Thema des Abends lautet "Künstliche Intelligenz und Menschenwürde". Als Redner konnten Herrn Prof. Dr. Martin V. Butz (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Universität Tübingen), sowie Herrn Prof. Dr. Martin Nettesheim (Juristische Fakultät - Universität Tübingen) gewonnen werden.

Im Anschluss findet ein Empfang in der Wandelhalle statt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen
Ihr R-E-W Team

Weitere Informationen über diesen Termin…

Feier zur Übergabe der Universitätszertifikate „Recht-Ethik-Wirtschaft“

Am Mittwoch, den 18. Juli war es soweit: Der erste Jahrgang der Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatsstudiums „Recht-Ethik-Wirtschaft“ erhielt im Rahmen einer Feierstunde die Universitätszertifikate.

Dieses in Deutschland einzigartige Lehrformat, welches sich begleitend zum Hauptfachstudium über vier Semester erstreckt, verschafft den Teilnehmenden sowohl Fachwissen als auch Diskurskompetenz zu den Schnittstellen von Recht, Ethik und Wirtschaft. Der Festakt war daher auch ein Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Die Leiter des Zertifikatsstudiums, Professor Reichold und Dekan Professor Thomas, betonten die Notwendigkeit, auch solchen Fragen gegenüberzutreten, die sich nicht allein mit juristischer Kompetenz beantworten ließen. Dekan Thomas hob hervor, dass das neue Studienangebot den interfakultären Diskurs fördere. Nicht nur Dozenten unterschiedlicher Fachrichtungen kämen zusammen, sondern auch Studierende verschiedener Fakultäten. Professor Reichold unterstrich aus Perspektive des Arbeitsrechts, dass auch der moderne Arbeitsmarkt zunehmend nach spezifischer Konfliktlösungskompetenz außerhalb der rein juristischen Ausbildung frage, worauf das Zertifikatsstudium „Recht-Ethik-Wirtschaft“ reagiere.

Sodann sprach Rechtsanwalt Professor Dr. Walter Sigle ein Grußwort. Die durch ihn begründete Walter Sigle Stiftung fördert seit diesem Jahr die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Symposien im Rahmen des Zertifikatsstudiums. Der Gründer der bekannten Kanzlei CMS Hasche Sigle hob das Anliegen hervor, die Vermittlung des Rechts an den Universitäten zu fördern und insbesondere solche Projekte zu ermöglichen, die andernfalls im Pflichtprogramm keinen Platz hätten. Dabei war ihm der Anwaltsbezug wichtig, der in den Fragestellungen von „Recht-Ethik-Wirtschaft“ Widerhall finde. So zeigte Herr Professor Sigle durch Beispiele aus seiner eigenen Beratungstätigkeit, wie praxisrelevant scheinbar abstrakte rechtlich-ethische Abwägungsfragen werden können. Wie kann oder muss ein Anwalt handeln, wenn wirtschaftliche Interessen einerseits und die Integrität einer Familie andererseits im Rahmen einer Erbstreitigkeit in Konflikt geraten? Darf sich ein Anwalt nur den wirtschaftlichen Interessen seines Mandanten unterordnen, wenn dieser das verlangt, oder trifft ihn das Gebot, auch das nicht-wirtschaftliche Familienwohl in seine Beratung einzubeziehen? Diese Fragen zu stellen, ohne eine schnelle Antwort anzubieten, zeigte den Zuhörenden, wie real ethische Dilemmata werden können und wie schnell juristisches Fachwissen an seine Grenzen geführt werden kann.

Im Kleinen Senat wurde den Absolventinnen und Absolventen, zu denen neben Studierenden der Rechtswissenschaft beispielsweise auch Theologen gehörten, die Zertifikate überreicht. Unter den Gästen waren neben einigen Professoren der Fakultät die Gattin von Professor Sigle, Frau Sigle, und Rechtsanwalt Hartmut Kilger; er war lange Jahre Präsident des Deutschen Anwaltvereins. Er zeigte sich sehr interessiert an den Inhalten von „Recht-Ethik-Wirtschaft“, die aus anwaltlicher Sicht wichtige Themen aufgriffen.

Beim anschließenden Empfang gab es Gelegenheit, Erfahrungsaustausch mit den Absolventinnen und Absolventen zu betreiben und künftige Projekte zu diskutieren. So wird für den Herbst dieses Jahres ein erstes öffentliches Symposium zu einem Thema aus dem Spektrum des Zertifikatsstudiums geplant.

Fotos: Pierre Bounin

Recht-Ethik-Wirtschaft: Bewerben Sie sich noch bis zum 10. Oktober auf einen Platz im Wintersemester 2018/2019!

Das studienbegleitende Zusatzprogramm nimmt als interdisziplinäres Studium mit Universitätszertifikat die Wechselwirkung von Rechtsanwendung, sozialer Verantwortung und ökonomischer Auswirkung in den Blick, um gesellschaftliche Verantwortungsträger der Zukunft auszubilden.

Bei Interesse können die Lehrveranstaltungen des vergangenen Sommersemesters hier eingesehen werden:
https://www.jura.uni-tuebingen.de/studium/rew/lehrveranstaltungen-im-sommersemester-2018

Die 25 Plätze werden nach allgemeinen Kriterien vergeben (Motivationsschreiben und Note im Grundlagenschein). 15 weitere Plätze können an Studierende anderer Fakultäten vergeben werden.

Weitere Informationen zur Bewerbung finden Sie unter: https://www.jura.uni-tuebingen.de/studium/rew/zugangsvoraussetzungen

Bewerbungsschluss für das Wintersemester 2018/2019 ist der 10. Oktober 2018 (nach Studienleitfaden n.F.). Das Einreichen einer Bewerbung ist unter folgender Emailadresse möglich: rew@jura.uni-tuebingen.de.


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