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Examensfeier der Juristischen Fakultät

Am 25. Juli 2012 wurden in der gemeinsam mit dem Landesjustizprüfungsamt veranstalteten Examensfeier den Absolventen der Ersten juristischen Staatsprüfung ihre Zeugnisse überreicht.
Examensfeier der Juristischen Fakultät

Gruppenbild


Die Examensfeier wurde durch ein Quartett der Musikschule Tübingen mit einem Rondo (Quartett Es-Dur opus 30 Nr. 3) von Johann Nepomuk Hummel musikalisch eingeleitet. Dann beglückwünschte die Dekanin der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Barbara Remmert, die frisch Examinierten der Fakultät. Dabei freute sie sich besonders, dass die Absolventinnen und Absolventen dazu an ihre Fakultät zurückkehrten und dankte den Unterstützern der Veranstaltung.

Die Anwesenden hätten einen der schwersten Abschlüsse erfolgreich erlangt. Da aber nicht alle Teilnehmer der Kampagne das Ziel erreicht hätte, müsse sich die Fakultät die Frage stellen, worin die Gründe zu sehen sein. Dies sei unter anderem auf externe Umstände zurückzuführen, wie etwa  die gesetzlich vorgeschriebene Studienanfänger-Zahl und der umfangreiche Prüfungsstoff. Aber auch die Lehrenden müssen sich stets kritisch hinterfragen und eruieren, wie sie die Probleme den Studierenden vermitteln können und vor allem, wie sie diese lehren können zu lernen. Dass sie auf einen fast bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal blickte, bestätigte Remmert aber darin, dass in der Ausbildung vieles gut gewesen sein müsse.

Christine Jacobi zu den Parallelen von Musik und Jura

Die Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes, Christine Jacobi, unterstrich, dass die Absolventinnen und Absolventen ein lange angestrebtes Ziel erreicht hätten. Vielleicht wünsche sich der ein oder andere "an Tagen wie diesen die Unendlichkeit" (Toten Hosen). Um dieses Ziel zu erreichen, musste jedoch ein langer Weg beschritten werden, ein Weg, der "kein leichter sein wird" (Xavier Naidoo). Wie diese Lied-Zitate zeigten, weise ein Studium also gewisse Parallelen zur Musik auf. Zu Beginn müsse das Lesen und verstehen von Normen erlernt werden, sich dann langsam an "große Werke" – wie etwa Hausarbeiten – heranwagen, um abschließend die Sinfonie – das Staatsexamen – zu meistern. Dieses Ziel hätten die Anwesenden erreicht, wozu sie herzlich gratuliere.

Von 209 Kandidaten (davon etwa 66% weiblich) haben 118 die Erste juristische Staatsprüfung bestanden. Die beste erzielte Note war ein "vollbefriedigend" mit 11,15 Punkten. 12% der Kandidaten konnten die Note "vollbefriedigend" erreichen.

"Sternstunden des Rechts"

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Christoph Thole zu den "Sternstunden des Rechts". Der Vortrag solle sowohl den Absolventinnen und Absolventen als auch den Familien humoristisch vor Augen führen, was Studierende alles zu lernen haben. Er begann mit dem Allgemeinen Preußischen Landrecht und erläuterte, dass der Dekan unfleißige Studierende in den Kerker sperren lassen durfte. Ebenso erörterte er Entscheidungen zur Tierhalterhaftung. Ein Brauereigaul sei etwa nach Ansicht des AG Köln kein Fahrzeug i. S. der StVO, jedoch als Haustier zu qualifizieren. Dass ein betrunkener Bierkutscher das Tatbestandsmerkmal des "Fahrzeug führ[en]" (§ 316 StGB) verwirkliche, sei mit "Hü-und-Hott Rufen" zu begründen, so das AG.

Das LG Hannover habe in einem Fall entschieden, dass bei einem in die Toilette gesperrten Hund, der sodann Toilettenpapier zerfetzte, das Waschbecken verstopfte und den Wasserhahn öffnete, die adäquate Kausalität für den Wasserschaden in der Wohnung des Nachbarn zu verneinen sei. Thole hob zuletzt noch Rechtsprechung mit Bezug zum Schwabenland hervor. Das AG Reutlingen befasste sich damit, ob ein Angestellter seinen Vorgesetzten "Seckel" nennen dürfe. Nach Ansicht des Gerichts ist dies nur eine milde Form der Kritik. Der aus Norddeutschland stammende Vorgesetzte müsse, habe er einmal die Maingrenze überschritten, sich den schwäbischen Gepflogenheiten anpassen, so das Gericht.

Thole fasste dann zusammen, dass die Absolventen sich ein sehr breit gefächertes Wissen angeeignet haben und damit nun für die Praxis gewappnet sein; auf diese Leistung könne man stolz sein.

Julian Monschke über den Beginn der Zukunft

Der Studierendensprecher der Fakultät, Julian Monschke, zeigte auf, dass während des Studium häufig das große, eigentlich offensichtliche Ziel – das Staatsexamen – aus den Augen verloren würde. Die Anwesenden hätten aber dieses Ziel erreicht und sie stünden nun an dem symbolischen Beginn ihrer Zukunft. Mit dem bereits erlernten und dem ständigen Wachsen an Aufgaben stünde vor ihnen eine Zeit der Verantwortung und Selbstverantwortung. Er wünschte den Absolventinnen und Absolventen den Mut, die Wege zu gehen, die sie gehen wollen.

Überreichung der Urkunden

Im Anschluss erhielten die frisch Examinierten durch Prof. Dr. Barbara Remmert und Frau Christine Jacobi ihre Zeugnisse überreicht. Prof. Dr. Martin Gebauer, der LL.M. Beauftrage der Fakultät, überreichte zum Abschluss an die vier LL.M.-Absolventinnen die Abschlussurkunden.

Nach dem sich anschließenden Empfang in der Wandelhalle lud die Unabhängige Liste Fachschaft Jura zum Examensball im Casino am Neckar ein.

 

Abzüge der von Hoffmann Fotographie gemachten Aufnahmen können Sie hier bestellen. Benutzername und Passwort wurden nach der Veranstaltung mitgeteilt, werden vom Dekanat auf Anfrage aber gerne zur Verfügung gestellt.