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Examensfeier der Juristischen Fakultät

Am 1. Februar 2012 wurden in der gemeinsam mit dem Landesjustizprüfungsamt veranstalteten Examensfeier den Absolventen der Ersten juristischen Staatsprüfung ihre Zeugnisse überreicht. Im Anschluss erhielten die Promotionsjubilare der Fakultät eine Urkunde zur Silbernen bzw. Goldenen Promotion überreicht.
Examensfeier der Juristischen Fakultät

Examensfeier

 

Die Feier wurde von vier jungen SchülerInnen der Tübinger Musikschule mit zwei Sätzen aus Carl Stamitz' Klarinettenquartett in Es-Dur (Opus 8 Nr. 4) musikalisch eingeleitet.

Die Dekanin Professor Barbara Remmert sprach in ihrer Begrüßung den frisch Examinierten zunächst ihren Glückwunsch dafür aus, dass diese eine der schwierigsten Prüfungen überhaupt gemeistert hätten. Sie nahm dies aber auch zum Anlass, an diejenigen zu denken, die deshalb nicht bei der Feier waren, da sie die Prüfung nicht bestanden haben. Sie stellte die Frage nach dem Grund hierfür. Maßgeblich seien sowohl externe Gründe wie der umfangreiche Prüfungsstoff und die typischen Probleme eines Massenstudiengangs. Sicherlich trage auch das Verhalten jedes einzelnen Studierenden zu dessen Studienerfolg bei. Aber auch die Lehrenden müssen sich stets kritisch hinterfragen und eruieren, wie sie die Probleme den Studierenden vermitteln können und vor allem, wie sie diesen lehren können zu lernen.
Dass sie auf einen fast bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal blickte, bestätigte Remmert aber darin, dass in der Ausbildung nicht alles schlecht gewesen sein könne. Sie betonte, dass den nun Examinierten mit ihrem Abschluss eine erfolgreiche berufliche Zukunft offenstehe. Dies sehe man schon an den erschienenen Doktorjubilaren. Remmert freute sich besonders darüber, dass diese durch ihre Anwesenheit, die für einige mit Anreisen aus großer Distanz verbunden gewesen seien, ihre Verbundenheit zur Tübinger Juristischen Fakultät zeigten. Der Tag sei Anlass, sich an die Zeit der Doktorarbeit, aber auch an das Studium zurückzuerinnern. Die Probleme seien damals sicherlich nicht andere gewesen als heute.

Christine Jacobi, die Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes, betonte die Schwierigkeit der von den Absolventen abgelegten Prüfung. Man könne es den Angehörigen gar nicht oft genug sagen, wie schwierig das Erste juristische Staatsexamen sei, damit diese die erreichten Ergebnisse auch entsprechend würdigen könnten. Henry Ford habe gesagt, dass Erfolg darin bestehe, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind. Dies treffe besonders auf das juristische Examen zu. Hier müsse man das erarbeitete juristische Wissen punktgenau in sechs Klausuren abrufen.
Auch wenn die Absolventen jetzt allen Grund zum Feiern hätten, so forderte Jacobi auf, kurz innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass dieser Erfolg allein nicht möglich gewesen wäre. Zu diesem Erfolg trügen kleinere und größere Mosaiksteinchen bei. Neben den akademischen Lehrern seien dies besonders Eltern, Freunde und Partner gewesen, die die Ausbildung unterstützt, zumindest aber die Launen der Examensvorbereitung ertragen hätten. Maßgeblich sei aber immer auch das notwendige Quäntchen Glück.

Sodann informierte Jacobi über die statistischen Daten der Examenskampagne: Von 202 Kandidaten (davon 58% weiblich) haben 120 die Erste juristische Staatsprüfung bestanden. Die beste erzielte Note war ein "gut" mit 12,63 Punkten. 2% der Kandidaten konnten die Note "gut", 11% die Note "vollbefriedigend" erreichen.

Den Festvortrag hielt Dr. Eugen Schmid, der von 1974 bis 1998 Oberbürgermeister der Stadt Tübingen war und im vorherigen Jahr selbst sein 50-jähriges Promotionsjubiläum feierte. Unter dem Titel "Universität und Stadt - einige Reminiszenzen" näherte sich Schmid anekdotisch dem Verhältnis der Tübinger zu ihrer Universität und umgekehrt. In seinem Wahlkampf 1974 habe die Universität eigentlich noch keine Rolle gespielt. Allerdings habe das 500-jährige Universitätsjubiläum 1977 bereits seine Schatten vorausgeworfen. Dieses habe ein weltweites Medienecho mit sich gebracht, von dem auch die Stadt nicht verschont blieb. Im Rahmen der Festwochen hätten sich Stadt und Universität in den Armen gelegen. Der Glanz der Universität sei auch auf den Oberbürgermeister gefallen, als dieser eigentlich ohne bisherige Verdienste zum Ehrensenator ernannt wurde. Schmid betonte, dies damals als Jubiläumsgabe der Universität und als eine Referenz an Tübingen betrachtet zu haben. Sein Grußwort damals nutzte Schmid dann etwas despektierlich, um den Tübinger Unterstädter, den "Gôgen", ins rechte Licht zu rücken.


Durch die Altstadtsanierung sei die Unterstadt auch denkbarer Wohnraum für Professoren geworden, wobei sich diese doch öfters am Lärm der öffentlichen Feste gestört hätten. Schmid berichtete von einem Fall, in dem ein Professor in einem Leserbrief ankündigte, sich während einer solchen Veranstaltung der Ruhe wegen in den Schwarzwald zurückziehen und dem Oberbürgermeister hierfür die Hotelrechnung präsentieren zu wollen, was er dann tatsächlich auch in die Tat umsetzte.
Probleme im Verhältnis zwischen Stadt und Universität seien vor allem dadurch aufgekommen, dass die Universität sich immer weiter ausdehnte. Bis in die siebziger Jahre hinein habe die Stadt dies immer toleriert und sich den Wünschen der Universitätsleitung gebeugt. Das Sorge bereitende Wachstum in Verbindung mit einem neuen Planungsrecht hätten die Stadt dazu gebracht, auf ihre Gestaltungshoheit zu pochen und die Flächenwünsche der Universität zu beschränken.
Schmid schloss seinen Vortrag mit der Darstellung einer eher symbolischen Kontroverse. In einem Akt mentaler Emanzipation habe er verfügt, dass sich Tübingen auf Briefbögen und Ähnlichem nicht mehr als Universitätsstadt, sondern nur noch als Stadt Tübingen bezeichnete. Dies habe einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, der zeige, wie eng die Verbindung zwischen Stadt und Universität doch sei. Auch wenn man ihn wegen dieser Tat als vom rechten Glauben Abgefallenen betrachtet und bezeichnet habe, so habe man ihn doch weder verbannt noch verbrannt.

Studierendensprecher Julian Monschke ließ in seiner Ansprache den Werdegang der Examinierten vom ersten Semester bis zum Examen Revue passieren und betonte dabei, dass es Menschen sind, die das Leben und das Studium menschlich machen. Er hob damit die besondere Bedeutung von Freunden hervor, die Freud und Leid des Studiums teilen. Getreu dem Motto der Universität "Attempto - ich wage es" forderte er die Absolventen auf, nun mutig den nächsten Schritt zu gehen, und wünschte ihnen, dass ihre Freunde sie auch dabei begleiten werden.

Dann erhielten die frisch Examinierten durch Professor Barbara Remmert und Frau Christine Jacobi ihre Zeugnisse überreicht.

Die Promotionsjubilare wurden sodann von Professor Remmert einzeln begrüßt und durch Nennung ihres Promotionsthemas und des Doktorvaters vorgestellt. Zur Würdigung der Silbernen bzw. Goldenen Promotion erhielten sie eine Urkunde überreicht.

Im Anschluss fand in der Wandelhalle ein kleiner Empfang statt.

 

Weitere Fotos der Veranstaltung finden Sie hier. Die von Hoffmann Fotografie gemachten Aufnahmen können Sie hier abrufen und Abzüge bestellen. Benutzernamen und Passwort wurden nach der Veranstaltung mitgeteilt, werden vom Dekanat auf Anfrage aber gerne zur Verfügung gestellt.

 

 

(Fotos: Jonas Ludwig)