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Reden bis zur totalen Erschöpfung - Erfolgreicher Weltrekordversuch im Dauerdebattieren

Insgesamt 44 Stunden ohne Pause debattierten 6 Redner zu dem Thema „Muss sich Deutschland neu erfinden.“ Mit dieser Marathondebatte wollen sie den Rekord der längsten Debatte der Welt halten.
Reden bis zur totalen Erschöpfung - Erfolgreicher Weltrekordversuch im Dauerdebattieren

Weltrekordversuch im Dauerdebattieren

 

Am Ende war allen Rednern die Erschöpfung anzumerken. Die Gesichter waren etwas fahl, beim Verlassen der Neuen Aula waren einige Redner auf Hilfe angewiesen, um sicher ins Bett zu kommen. Doch den Argumenten der Abschlussdebatte tat dies keinen Abbruch. Nach 44 Stunden Dauerdebatte waren die sechs Redner der Pro- und Contraseite geistig noch fit. Mit ihrer Marathondebatte, 44 Stunden debattierten sie am Stück, wollen sie den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen. 4 Kameras zeichneten die Reden der Regierungs- und Oppositionsseite ständig auf, das letzte Wort hat jetzt das Guinness-Komitee in Irland.

Bei der Finaldebatte in der Neuen Aula der Tübinger Uni war es der Schirmherr Heiner Geißler, der als letzter Redner ans Pult trat. Der ehemalige CDU-Generalsekretär und Stuttgart21-Schlichter gab den Redner praktische Tipps: „Sie müssen mehr Geschichten erzählen“, forderte er von den Rhetoren. Geißler geißelte zudem den „Machbarkeitswahn der Technologie.“ Der ehemalige Bundesminister kritisierte, dass der Mensch zum Kostenfaktor degradierte werde und dass die Gier die Gesellschaft gefährde. Die sechs Weltrekordredner waren auf der einen Seite Mitglieder des Tübinger Debattierclubs Streitkultur, auf der anderen Seite ein "Prominententeam". Ihm gehörten der Initiator des Rauchverbots in bayrischen Kneipen, Sebastian Frankenberger, der Gedächtnisweltmeister Boris Konrad und der Politiker der Piratenpartei, Roman Kremer an.

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In seiner Eröffnungsrede betonte der Honorarprofessor der Juristischen Fakultät, Dr. Rüdiger Wulf, als Ehrenmitglied von Streitkultur e. V. die Bedeutung der Rhetorik in Tübingen und an der Juristischen Fakultät. Tübingen sei daher idealer Austragungsort für den Weltrekordversuch. In 44 Einzeldebatten (Gedächtnisweltmeister Boris Konrad ließ es sich nicht nehmen, alle 44 in seiner letzten Rede zu nennen) ging es dann darum, ob sich Deutschland neu erfinden müsse. Dabei mussten die Redner nicht nur immer anwesend sein, sondern auch inhaltlich die Debatte voran bringen. „Ich habe mit bei jeder Debatte die Fragen gestellt: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben und was kann ich dazu beitragen“, erläuterte der Redner Steffen Jenner sein Konzept.

Doch warum tut man sich solch eine Marathondebatte überhaupt an? Wie ein Marathon sei dies, so der Deutsche Debattiermeister 2010, Peter Croonenbroeck. Und so sei auch sein Ehrgeiz und seine Vorbereitung verlaufen. Ob am Ende, wie bei einem Marathon auch, Glückshormone ausgeschüttet wurden? Es seine eine Mischung aus Erschöpfung und Glücksgefühl, so eine Fazit nach 44 Stunden Dauerdebatte.

Weitere Bilder vom Rekordversuch finden Sie hier.

 

Text/Fotos: Gregor Landwehr