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Eine kleine Sensation: Tübinger Roman Law Moot Court-Team verteidigt seinen Titel

Beim diesjährigen International Roman Law Moot Court, der vom 4. bis 7. April 2017 in Trier stattfand, gelang dem Tübinger Team eine kleine Sensation: Die erstmalige erfolgreiche Titelverteidigung in der zehnjährigen Geschichte des Wettbewerbs. Das Team, das aus Philipp Haußer, Doreen Emde, Armin Hesselschwerdt und Svenja Haussmann bestand, sah sich hohen Erwartungen ausgesetzt, hatte doch das Tübinger Team bereits beim letzten Moot Court 2016 in Wien den ersten Platz geholt.

Diesen Erwartungen wurden die Studierenden, die als Anwälte in einem fiktiven justinianischen Zivilprozess gegen die Teams der Universitäten Athen, Cambridge, Liège, Neapel, Oxford, Wien und der gastgebenden Universität Trier antraten und auf Englisch plädierten, gerecht: Sie konnten die Vorrunden gegen die Teams aus Athen, Neapel und Liège klar für sich entscheiden und zogen als Gruppenerste in das Halbfinale ein. Wichtig war dabei nicht nur souveränes Auftreten und rhetorisches Geschick, sondern auch detaillierte Kenntnis der rechtlichen Probleme des Falles: Es ging unter anderem um den deutschen Lehrbuchklassiker der Trierer Weinversteigerung, das aktuelle Problem des sogenannten „shill bidding“ bei Auktionen und den alten Konflikt zwischen dem erklärten letzten Willen einer Verstorbenen und der notwendigen Form eines Testaments. Die juristischen Aspekte des Falles wurden im Rahmen der Vorbereitung, die Mitte Januar begann, erarbeitet, das Auftreten vor Gericht wurde bei mehreren Probeverhandlungen mit den Betreuern des Teams, Prof. Dr. Thomas Finkenauer, M.A. und Sebastian Schneider, sowie mit ehemaligen Moot Court-Teilnehmern als Proberichterinnen und Proberichtern intensiv geübt.

Im Halbfinale trafen die Tübinger Klägervertreter Philipp Haußer und Doreen Emde dann auf die Beklagtenvertreter aus Oxford. Auch diese Verhandlung konnten die Tübinger für sich entscheiden, so dass sie am nächsten Tag im Finale wie im Jahr zuvor auf das Team aus Cambridge trafen. Das Finale, das im kurfürstlichen Palast stattfand, wurde dann noch einmal spannend: Zahlreich waren die kritischen Nachfragen der fünf Richter, denen sich vor allem Philipp Haußer als erster Klägervertreter ausgesetzt sah. Die beiden Beklagtenvertreter aus Cambridge konnten sich aber trotz ihres Vorteils als Muttersprachler gegen die profunde Argumentation von Doreen Emde als zweiter Klägervertreterin und gegen die rhetorischen Fähigkeiten, die Philipp Haußer im rebuttal, der Erwiderung der Kläger auf den Beklagtenvortrag, an den Tag legte, nicht durchsetzen.

Das Rahmenprogramm in der ältesten Stadt Deutschlands umfasste eine Führung durch die Altstadt, wobei gleichermaßen Sehenswürdigkeiten der antiken Augusta Treverorum wie auch der mittelalterlichen Stadt im Mittelpunkt standen. Beim abschließenden Dinner, bei dem ein Abendessen nach dem überlieferten römischen Kochbuch des Marcus Gavius Apicius serviert wurde, fand schließlich die Preisverleihung statt, bei der die Tübinger nicht nur den Siegerpreis erhielten, sondern außerdem Armin Hesselschwerdt als bester Redner des Wettbewerbes und Doreen Emde als drittbeste Rednerin ausgezeichnet wurden.