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Ärztliche Schweigepflicht und psychische Erkrankungen

Eine Podiumsdiskussion aus aktuellem Anlass mit Prof. Dr. Urban Wiesing (Medizinethik), Prof. Dr. Jörg Eisele, Prof. Dr. Hermann Reichold und Prof. Dr. Andreas Fallgatter (Psychiatrie)

 

Aus aktuellem Anlass organisierte Prof. Regina Ammicht Quinn vom Zentrum für Ethik in den Wissenschaften am 12. Mai eine Podiumsdiskussion. Hätte der durch den Copiloten herbeigeführte Germanwings-Absturz verhindert werden können, wenn einer der  behandelnden Ärzte etwas gesagt hätte?

Die strafrechtlichen Konsequenzen des Bruchs der ärztlichen Schweigepflicht wurden von Prof. Jörg Eisele dargestellt. Die ärztliche Schweigepflicht sei vom Strafrecht umfassend geschützt. Allerdings könne etwa aufgrund einer Einwilligung des Patienten oder einer Notstandssituation ein Bruch gerechtfertigt sein. Weiterhin erfolgten Ausführungen zum Schutz der ärztlichen Schweigepflicht im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren.

Arbeitsrechtlich führte Prof. Hermann Reichold aus, dass auch das Flugpersonal in eine ärztliche Untersuchung einwilligen müsse. Aufgrund der vielen unübersichtlichen Regelungen werde der Arzt im Zweifel jedoch eher zu wenig als zu viel mitteilen.

Einig waren sich der Medizinethiker Prof. Urban Wiesing und der ärztliche Direktor der psychiatrischen Klinik, Prof. Andreas Fallgatter. Beide betonten, dass Voraussetzung einer Therapie eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Arzt und Patienten sei, welche nur durch den umfassenden Schutz der Schweigepflicht gewährleistet werden kann.

Text: Dorothee Pfohl