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Examensfeier der Frühjahrskampagne 2014

Kandidaten der Ersten Juristischen Staatsprüfung und LL.M.-Absolventen erhalten Examenszeugnisse

 

Nach der musikalischen Einleitung durch das Klarinetten-Duo der Musikschule Tübingen begrüßte der Dekan Prof. DrJörg Kinzig die frisch Examinierten, Angehörigen und LL.M.-Absolventen. Zum Ende des Semesters scheide er aus dem Dekansamt aus. Daher sei ihm daran gelegen, weniger ernste Themen anzusprechen, um vielmehr lieber kleine Geschichten aus der Sicht eines Prüfers zu berichten. So wusste er mit einem Schmunzeln auf den Lippen von einem Prüfer zu erzählen, der den gleichen Fall seit mehr als zwanzig Jahren in mündlichen Prüfungen zum Besten gibt. Klar sei, dass heute nur noch brandaktuelle Themen geprüft würden. Kinzig wünschte den künftigen Referendarinnen und Referendaren einen erfolgreichen Lebensweg und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass diese der Fakultät gewogen blieben.

„Das Spiel ist 300 Minuten lang und der Schönfelder ist eckig“

Die Präsidentin des Landesjustizprüfungsamtes Christine Jacoby zog Parallelen zwischen einer gewonnenen Fußballweltmeisterschaft und dem erfolgreichen Abschluss des Studiums. An dem Tag der Examensfeier sei die Freude über den Erfolg wohl fast vergleichbar mit der Freude der DFB-Elf in Brasilien. Man merke gleichzeitig, wie viel die Lehrer, Eltern, Partner und Freunde zu diesem Erfolg beigetragen haben – eben wie Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte, Fans und Spielerfrauen.

Jacoby berichtete von den 171 Teilnehmern der Frühjahrskampagne. Insgesamt konnten rund 9% die Neun-Punkte-Hürde übertreffen; das beste erzielte Ergebnis betrug 11,57 Punkte, bzw. 12,15 Punkte bei Einbeziehung des universitären Schwerpunktbereiches.

Festrede: Was zählt

Dr. Christine Hohmann-Dennhardt widmete sich in der Festrede der Frage Was zählt. Mit dem Sophokles zugeschriebenen Zitat „Achtung verdient, wer vollbringt, was er vermag“ beglückwünschte sie zunächst die Absolventen, die nun die Bestätigung für ihr erstrebtes Zwischenziel erhalten haben. Das Ende des Studiums sei gefühlsmäßig wohl irgendwo zwischen Freude und Wehmut anzusiedeln. Sie hoffe daher insbesondere, dass die Absolventen im Rückblick die Studienzeit mit ihrer Freiheit, wie sie wohl nie wieder komme, genutzt haben und zugleich ihren Wissensdurst gestillt haben. Dabei betonte Hohmann-Dennhardt, wie sehr sie noch heute von den Denkanstößen der Lehrenden ihrer Zeit profitiere. Umso mehr freue sie sich, dass die Qualität der Fakultät konstant beibehalten werden konnte.

Es sei ein Blick über den Tellerrand notwendig, um nun die Zukunft erobern zu können. Ein solcher Blick in die Bereiche etwa der Soziologie, Ökonomie und Historie ermögliche es, Entscheidungen zu treffen, die stehen und bleiben. Bei der Wahl der beruflichen Zukunft sei es wichtig, die eigenen – unterschiedlichen – Wünsche nicht zu verdrängen; vielmehr seien diese der Motor für die weitere Entwicklung. Die Gratwanderung bestehe darin, sich aber gleichwohl nicht zu früh zu sehr festzulegen. Hohmann-Dennhardt habe beispielsweise am Ende ihres Studiums nie gedacht, dass sie ihren heutigen Lebensweg so gehen werde. Viele Abzweigungen seien Folge von zufälligen Begegnungen gewesen. Hohmann-Dennhardt war Richterin in der Sozialgerichtsbarkeit, Ministerin des Landes Hessen, Richterin am Bundesverfassungsgericht und ist nun Vorstand der Daimler AG für den Bereich Integrität und Recht.

Es sei eine Sache, die in ihren Augen besonders zähle: Man müsse immer an sich arbeiten; dadurch könne man Selbstvertrauen aufbauen und die Aufgaben dann gut und besser erledigen. Juristen seien Ermöglicher, Wegweiser und Entzünder – mithin sei dies ein Beruf und eine Haltung zugleich, die dem Recht und der Rechtsstaatlichkeit zuvörderst verpflichtetet sei. Das Leben bringe lebenslanges Lernen mit sich und die Aufgaben seien schwer voraussehbar. Sie schloss daher mit einem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach: Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.“.

Über die persönliche Gewaltenteilung

Die Studierendensprecherin Laura Helen Thoma stellte fest, dass jeder Mensch seine eigene private Gewaltenteilung habe. Zunächst lege die Legislative“ die Ziele und Vorstellungen fest; bezogen auf ein Studium beginne dies bei der Wahl des Studienganges und -ortes. Die Exekutive“ sei dann dafür verantwortlich, die Pläne wirkungsvoll umzusetzen. Das Funktionieren dieser Gewalt sei an dem heutigen Tage besonders deutlich bewiesen worden. Schließlich habe die Judikative“ ständig die Umsetzung der Ziele überwacht und reflektiert.

Nun stünden die Absolventen vor einer spannenden Zukunft und können in die Praxis eintauchen. Thoma gratulierte den Absolventen und bezeichnete den Gang des Lebens mit allen Facetten als den Kern des eigenen Werdegangs.

 

Am Abend veranstaltete die Unabhängige Liste Fachschaft Jura (ULF) einen Ball im Museum Tübingen.

Die Fakultät dankt allen Helfern, die die Veranstaltung ermöglicht haben. Dazu zählen insbesondere: Der Deutsche Anwaltverein Tübingen, die Mitarbeiter des Dekanats, die Juristische Gesellschaft und die Fachschaften.


Abzüge der von Hoffmann-Fotographie gemachten Aufnahmen können Sie hier bestellen. Benutzername und Passwort wurden nach der Veranstaltung mitgeteilt, werden vom Dekanat auf Anfrage aber gerne zur Verfügung gestellt.