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Die Fakultät trauert um Prof. Dr. Ulrich Weber

Am Tag vor Heiligabend verstarb der langjährige Tübinger Ordinarius für Strafrecht und Strafprozessrecht
Die Fakultät trauert um Prof. Dr. Ulrich Weber

Prof. Dr. Ulrich Weber bei der Examensfeier im Februar 2013 (Bild: Hoffmann Fotografie, Wendlingen)

 

Weber, 1934 in Bad Cannstatt geboren, wuchs in einer Familie auf, die dem Nationalsozialismus äußerst kritisch gegenüberstand. Nach dem Abitur nahm der bekennende Schwabe zum Sommersemester 1954 das Jurastudium in Tübingen auf.

Nach dem Ersten Staatsexamen 1958 galt Webers Interesse zunächst dem Zivilrecht, in dem er 1962 über ein Thema des Immobiliarsachenrechts promovierte. Danach führte der Weg Webers zu dem großen liberalen Tübinger Strafrechtsprofessor Jürgen Baumann, dessen Assistent Weber wurde. Die überaus sympathische Bescheidenheit Webers kennzeichnet, dass er für sein eigenes wissenschaftliches Credo das Vorbild seines akademischen Lehrers verantwortlich gemacht hat: ein „Bemühen um Verständlichkeit und die Ablehnung jeglichen unklaren Tiefsinns“ sowie eine „Beschränkung des Strafrechts auf das gesellschaftlich unbedingt Nötige“. Pionierarbeit leistete Weber mit der 1975 abgeschlossenen Habilitation über den strafrechtlichen Schutz des Urheberrechts. Nach Professuren an der FU Berlin und in Würzburg gelang es seiner Tübinger Fakultät trotz eines nachgerade legendären Fackelzugs Würzburger Studierender ihn 1989 in seine schwäbische Heimat zurückzuholen.

Weit über seine Pensionierung im Jahre 1999 hinaus und bis in seine letzten   Lebenstage arbeitete Weber an den Themen, die ihm am Herzen lagen: der Allgemeine und Besondere Teil des Strafrechts sowie das Wirtschafts-, Umwelt-, Sport- und Urheberstrafrecht. Sein Wirken als Lehrer lässt sich an vier Schülern ablesen, die bedeutende Strafrechtslehrstühle in der gesamten Republik bekleiden. Dem Tübinger Verlag Mohr Siebeck war Weber zunächst als Redakteur, später als Mitherausgeber der renommierten Juristenzeitung verbunden.

In der Juristischen Fakultät, der er als Dekan, Prodekan und Studiendekan diente, blieb Weber auch nach seiner schweren Erkrankung präsent. Noch im Februar 2013 hielt er anlässlich der Examensfeier und seines goldenen Doktorjubiläums den Festvortrag. Nicht nur wir Tübinger werden seine liebenswürdige und humorvolle Art sehr vermissen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen beiden Söhnen.

Der Text von Dekan Prof. Dr. Jörg Kinzig erschien auch im Schwäbischen Tagblatt.