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Studienbegleitendes Programm "Recht - Ethik - Wirtschaft"

Aktuelles

Feier zur Übergabe der Universitätszertifikate „Recht-Ethik-Wirtschaft“

Am Mittwoch, den 18. Juli war es soweit: Der erste Jahrgang der Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatsstudiums „Recht-Ethik-Wirtschaft“ erhielt im Rahmen einer Feierstunde die Universitätszertifikate.

Dieses in Deutschland einzigartige Lehrformat, welches sich begleitend zum Hauptfachstudium über vier Semester erstreckt, verschafft den Teilnehmenden sowohl Fachwissen als auch Diskurskompetenz zu den Schnittstellen von Recht, Ethik und Wirtschaft. Der Festakt war daher auch ein Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Die Leiter des Zertifikatsstudiums, Professor Reichold und Dekan Professor Thomas, betonten die Notwendigkeit, auch solchen Fragen gegenüberzutreten, die sich nicht allein mit juristischer Kompetenz beantworten ließen. Dekan Thomas hob hervor, dass das neue Studienangebot den interfakultären Diskurs fördere. Nicht nur Dozenten unterschiedlicher Fachrichtungen kämen zusammen, sondern auch Studierende verschiedener Fakultäten. Professor Reichold unterstrich aus Perspektive des Arbeitsrechts, dass auch der moderne Arbeitsmarkt zunehmend nach spezifischer Konfliktlösungskompetenz außerhalb der rein juristischen Ausbildung frage, worauf das Zertifikatsstudium „Recht-Ethik-Wirtschaft“ reagiere.

Sodann sprach Rechtsanwalt Professor Dr. Walter Sigle ein Grußwort. Die durch ihn begründete Walter Sigle Stiftung fördert seit diesem Jahr die Durchführung von Lehrveranstaltungen und Symposien im Rahmen des Zertifikatsstudiums. Der Gründer der bekannten Kanzlei CMS Hasche Sigle hob das Anliegen hervor, die Vermittlung des Rechts an den Universitäten zu fördern und insbesondere solche Projekte zu ermöglichen, die andernfalls im Pflichtprogramm keinen Platz hätten. Dabei war ihm der Anwaltsbezug wichtig, der in den Fragestellungen von „Recht-Ethik-Wirtschaft“ Widerhall finde. So zeigte Herr Professor Sigle durch Beispiele aus seiner eigenen Beratungstätigkeit, wie praxisrelevant scheinbar abstrakte rechtlich-ethische Abwägungsfragen werden können. Wie kann oder muss ein Anwalt handeln, wenn wirtschaftliche Interessen einerseits und die Integrität einer Familie andererseits im Rahmen einer Erbstreitigkeit in Konflikt geraten? Darf sich ein Anwalt nur den wirtschaftlichen Interessen seines Mandanten unterordnen, wenn dieser das verlangt, oder trifft ihn das Gebot, auch das nicht-wirtschaftliche Familienwohl in seine Beratung einzubeziehen? Diese Fragen zu stellen, ohne eine schnelle Antwort anzubieten, zeigte den Zuhörenden, wie real ethische Dilemmata werden können und wie schnell juristisches Fachwissen an seine Grenzen geführt werden kann.

Im Kleinen Senat wurde den Absolventinnen und Absolventen, zu denen neben Studierenden der Rechtswissenschaft beispielsweise auch Theologen gehörten, die Zertifikate überreicht. Unter den Gästen waren neben einigen Professoren der Fakultät die Gattin von Professor Sigle, Frau Sigle, und Rechtsanwalt Hartmut Kilger; er war lange Jahre Präsident des Deutschen Anwaltvereins. Er zeigte sich sehr interessiert an den Inhalten von „Recht-Ethik-Wirtschaft“, die aus anwaltlicher Sicht wichtige Themen aufgriffen.

Beim anschließenden Empfang gab es Gelegenheit, Erfahrungsaustausch mit den Absolventinnen und Absolventen zu betreiben und künftige Projekte zu diskutieren. So wird für den Herbst dieses Jahres ein erstes öffentliches Symposium zu einem Thema aus dem Spektrum des Zertifikatsstudiums geplant.

Fotos: Pierre Bounin