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Prof. Dr. von Bernstorff

Seminar im WiSe 2016/2017

Menschenrechte zwischen Recht und Philosophie - Seminar in Kooperation mit dem Forum Scientarium

Die Veranstaltung steht offen für Studierende aller Fachrichtungen, insbesondere Rechtswissenschaften und Philosophie.

Scheine

Die Seminararbeiten werden Ende Juni korrigiert sein. Sie können dann zusammen mit den Scheinen abgeholt werden.

Seminarleiter: Prof. Dr. Jochen von Bernstorff, Jura (Professur für Staatsrecht, Völkerrecht, Verfassungslehre und Menschenrechte)

Dr. Niels Weidtmann, Philosophie

 

Zeit: Das Seminar wird als Blockveranstaltung am Mittwoch, 07.12. und am  Donnerstag, 08.12.2016 durchgeführt.

Es gibt eine (verbindliche) Vorbesprechung am 25. Oktober, 10 Uhr c.t.

 

Ort: Forum Scientiarum, Hörsaal Anmeldung unter niels.weidtmann@fsci.uni-tuebingen.de.

Es stehen 15 Plätze zur Verfügung. Bitte geben Sie die Anzahl Ihrer Fachsemester an und skizzieren Sie, welche Vorkenntnisse Sie aus vorherigen Veranstaltungen mitbringen.

 

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde, stellt eine Verbindung zwischen der Würde des Menschen und seinen Rechten her – ganz so, wie Samuel Pufendorf es in seiner Abhandlung über das Naturrecht aus dem Jahr 1672 getan hatte. Dabei war die rechtliche Verankerung der menschlichen Würde bis ins 20. Jh. hinein keineswegs selbstverständlich. Auch 1948 ist sie in erster Linie den Unrechtserfahrungen vor allem der NS-Zeit und der Einsicht in die Schutzbedürftigkeit der Würde geschuldet. Seither freilich hat sich die Begründung der Menschenrechte durch die Würde des Menschen zunehmend etabliert. Zugleich hat sich der Rechtsdiskurs aber immer mehr verselbstständigt, so dass wir heute gelegentlich beobachten können, dass der universale Geltungsanspruch der Menschenrechte gegen unterschiedliche Interpretationen menschlicher Würde ins Feld geführt wird. Die Idee der Menschenrechte scheint kulturellen Differenzen damit grundsätzlich entgegenzustehen. Dagegen ist beispielsweise von islamischer Seite Einspruch erhoben worden, was im Jahr 1990 zur Formulierung der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam geführt hat. Damit stellt sich heute von neuem die Frage, wie sich der universale Geltungsanspruch der Menschenrechte verteidigen lässt, ohne kulturelle Differenzen zu nivellieren.

Im Seminar soll diese Frage aufgegriffen und im Spannungsfeld von Recht und Philosophie behandelt werden.

 

Scheinvergabe: Bei erfolgreicher Teilnahme am Seminar wird Ihnen ein Seminarschein ausgestellt. Hierfür ist das Erstellen einer Seminararbeit notwendig (Themen werden bei der Informationsveranstaltung bekannt gegeben) und ebenso die Präsentation der Arbeit während des Seminars.

Literatur: Arnd Pollmann, „Menschenwürde nach der Barbarei. Zu den Folgen eines gewaltsamen Umbruchs in der Geschichte der Menschenrechte“, in: Zeitschrift für Menschenrechte 2010 (1), S. 26-45.

Christoph Menke und Arnd Pollmann, Philosophie der Menschenrechte zur Einführung. Hamburg 2007.

Stefan Gosepath und Georg Lohmann (Hg.), Philosophie der Menschenrechte. Frankfurt/M. 1998.

Literatur zur Bearbeitung im Seminar wird bei der Vorbesprechung bekannt gegeben.