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Dr. Joao Fernandes

Quellentexte - 3

 

 
Cicero (106-43 v. Chr.)
 
Lex est ratio summa, insita in Natura, quae iubet ea, quae facienda sunt, prohibetque contraria. Eadem ratio, cum est in hominis mente confirmata et confecta, lex est. 
 
«Das Gesetz ist die höchste Vernunft, die in der menschlichen Natur liegt und alles befiehlt, was getan werden muß, und das Gegenteil verbietet. Dieselbe Vernunft ist das Gesetz, wenn sie im Geist des Menschen ihren festen Platz hat“.
 
De Legibus, Buch I, VI -18-19.
 
Est enim unum ius, quo devincta est hominum societas et quod lex constituit una, quae lex est recta ratio imperandi atque prohibendi. Quam qui ignorat, is est iniustus, sive est illa scripta uspiam sive nusquam.„
 
Es gibt nämlich nur ein einziges Recht, dem die menschliche Gemeinschaft verpflichtet ist und dem ein einziges Gesetz eine Grundlage gibt: Dieses Gesetz ist die richtige Vernunft im Bereich des Befehlens und Verbietens. Wer dieses Gesetz nicht kennt, ist ungerecht, ob es nun irgendwo aufgeschrieben ist oder nicht.“:
 
De Legibus, Buch I, XV-42.
 
Constituendi vero iuris ab illa summa lege capiamus exordium, quae saeclis communis omnibus, ante nata est quam scripta lex ulla aut quam omnino civitas constituta.
 
„Für die Grundlegung des Rechts wollen wir jedoch jenes höchste Gesetz zum Ausgangspunkt erklären, das vor ewiger Zeit entstand, noch bevor irgendein Gesetz aufgeschrieben oder überhaupt ein Staat gegründet wurde“
 
„De Legibus“, Buch I, VI-19.
 
Est quidem vera lex, recta ratio, naturae congruens, diffusa in omnes, constans, sempiterna. (...) Huic legi nec obrogari fas est, neque derogari aliquid ex hac licet, nec tota abrogari potest; nec vero aut per senatum, aut per populum solvi hac lege possumus, neque est quaerendus explanator aut interpres Sextus Aelius, nec erit alia lex Romae alia Athenis, alia nunc, alia posthac, sed et omnes gentes et omni tempore una lex et sempiterna et inmutabilis continebit, unusque erit communis quasi magister et imperator omnium deus: ille legis huis inventor (...)
 
Es ist aber das wahre Gesetz die richtige Vernunft, die mit der Natur in Einklang steht, sich in alle ergießt, in sich konsequent, ewig ist, die durch Befehle zur Pflicht ruft, durch Verbieten von Täuschung abschreckt, die indessen den Rechtschaffenen nicht vergebens befiehlt oder verbietet, Ruchlose aber durch Geheiß und Verbot nicht bewegt. Diesem Gesetz etwas von seiner Gültigkeit zu nehmen ist Frevel, ihm irgend etwas abzudingen, unmöglich, und es kann ebenso wenig als Ganzes außer Kraft gesetzt werden. Wir können aber auch nicht durch den Senat oder das Volk von diesem Gesetz gelöst werden, es braucht als Erklärer und Deuter nicht Sextus Aelius geholt werden, noch wir in Rom ein anderes Gesetz sein, ein anderes in Athen, ein anderes jetzt, ein anderes später, sondern alle Völker und zu aller Zeit wird ein einziges, ewiges und unveränderliches Gesetz beherrschen und einer wird der gemeinsame Meister und Herrscher aller sein: Gott! Es ist der Erfinder dieses Gesetzes (…).
 
 
De Re Publica, III, 22.
 
Quellen:
 
Cicero, „De Legibus“, XVI 43-44, in De Legibus / Paradoxa Stoicorum, Lateinisch/Deutsch, herausgegeben, übersetzt und erläutert von Rainer Nickel, Damstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1994.
 
Cicero, De Re Publica Libri, “Vom Gemeinwesen”, (Lat/Dt), Buch III, dritte, erneuerte Auflage, Zürich und München, 1973.