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50 Jahre Institut für Kriminologie

Außensicht – Innensicht – Aussicht
50 Jahre Institut für Kriminologie

Begrüßung durch den Institutsdirektor Prof. Dr. Jörg Kinzig

 

Der Einladung zur Feier anlässlich der Gründung des Instituts für Kriminologie (IfK) vor 50 Jahren unter dem Motto „Außensicht – Innensicht – Aussicht“ folgten rund 150 Personen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Nach einer Begrüßung der unterschiedlichen Gruppen, mit denen das IfK regelmäßig zusammenarbeitet, ging der derzeitige Institutsdirektor Prof. Dr. Jörg Kinzig auf die Gründungsgeschichte dieser Einrichtung ein. Als "Gründungsurkunde" habe sich bei seinen Recherchen im Universitätsarchiv ein simpler Aktenvermerk gefunden, mit dem das Kultusministerium dem Antrag des Großen Senats der Universität auf Einrichtung eines Instituts am 10. August 1962 zugestimmt habe.

Im Anschluss daran hob Kinzig hervor, dass sich das IfK momentan im Übergang befinde. Er selbst sei seit einem Jahr nach Prof. Dr. Dr. Hans Göppinger und Prof. em. Dr. Hans-Jürgen Kerner der dritte Direktor. Letzterer stehe dem Institut zum Glück weiterhin als Seniorprofessor zur Verfügung. Dazu komme die kürzlich berufene erste Junior-Professorin der Fakultät Dr. Katrin Höffler. Verstärkt werde das Institut im Bereich der Lehre und der Forschung zudem durch den Ministerialrat Prof. Dr. Rüdiger Wulf sowie den Rechtsanwalt und Privatdozenten Dr. Gerson Trüg. Wertvolle Arbeit leisteten selbstverständlich auch alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IfK.

Das Tübinger Institut für Kriminologie – einige Betrachtungen aus der Außensicht

Nach einem Grußwort des Prodekans der Fakultät, Prof. Dr. Stefan Thomas, stellte zunächst der Direktor des Instituts für Kriminologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Prof. Dr. Dieter Dölling Überlegungen zum Institut aus der Außensicht an. Die Arbeit des IfK, von Dölling als „eine Säule der deutschen Kriminologie“ bezeichnet, sei unter dem ersten Direktor vor allem durch die Tübinger-Jungtäter-Vergleichsuntersuchung (TJVU) geprägt gewesen, der ein bemerkenswertes Bündel von Untersuchungsmethoden zugrunde gelegen habe. Aus den 25 Jahren, in denen Kerner Direktor des Instituts gewesen ist, seien vor allem Studien zu den Wegen von Mehrfachtätern aus der Kriminalität und die damit verbundene neue soziologische Betrachtungsweise beachtenswert gewesen. Zudem hätten eine deutliche Verbreiterung der Forschungen und eine Internationalisierung stattgefunden.

Persönliche Betrachtungen zur Kriminologie in der Ära Göppinger: die Innensicht

Mit persönlichen Betrachtungen zur Kriminologie in der Ära Göppinger aus der Innensicht wartete im Anschluss der geschäftsführende Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen Prof. Dr. Jörg-Martin Jehle, auf der selbst in den 70er und 80er Jahren Mitarbeiter des IfK war. In einem humorvollen Beitrag charakterisierte der Redner Göppinger als Wissenschaftler mit forschendem Blick und echtem Interesse an den Menschen, als jemand mit wachsamen Auge und offenem Ohr. Dies habe sich auch in seinen Forschungsinteressen widergespiegelt, bei denen der Einzelne im Mittelpunkt der Forschung gestanden habe.

Persönliche Betrachtungen zur Kriminologie in der Ära Kerner: die Innensicht

An den Beginn seiner Reminiszenz an die Ära Kerner stellte der Direktor des Instituts für Kriminalwissenschaften der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster Prof. Dr. Klaus Boers die Feststellung, dass Kerner einen Paradigmenwechsel moderner kriminologischer Forschung eingeläutet habe. Die Arbeit des IfK unter seiner Ägide sei von Interdisziplinarität, Internationalität, Teamorientierung, Kollegialität und insbesondere konzeptioneller Offenheit geprägt gewesen. Die breite Publikationstätigkeit des IfK belegte Boers mit 424, darunter allein 111 fremdsprachigen Veröffentlichungen. Darüber hinaus seien in dieser Zeit unter anderem drei Habilitationen sowie 57 Promotionen entstanden.

Aktuelle Forschungsprojekte: die Aussicht

Der Nachmittag wurde durch die Vorstellung von drei aktuellen Forschungsprojekten des IfK abgeschlossen. Miriam Colombo und Kinzig referierten über eine Untersuchung zur Evaluation der Maßregel der Führungsaufsicht, Wulf, Alla Belakouzova und Dr. Holger Stroezel präsentierten erste Ergebnisse der Tübinger Sicherheitsstudie, die sich mit der Sicherheit an der Universität Tübingen beschäftigt und schließlich stellten Bernadette Schaffer und Dr. Wolfgang Stelly ein Projekt zu den Lebenslagen von Jugendstrafgefangenen mit dem einleitenden Titel „Arm, randständig, ausgegrenzt“ vor.

Ein Empfang im kleinen Senat gab den Gästen die Möglichkeit, die gewonnenen Eindrücke zu vertiefen oder auch alte Erinnerungen an die vergangenen 50 Jahre aufzufrischen.

Weitere Bilder der Festveranstaltung finden Sie hier.

Weitere Berichte über diese Feier und das Jubiläum finden Sie unter anderem unter:
SWR Fernsehen: Filmbeitrag „Erforschung von Verbrechen hat Tradition“
Reutlinger Generalanzeiger: „Tübinger Kriminologen seit 50 Jahren dem Täter auf der Spur“
Käpsele Das Studentenmagazin: „Gefesselte Tellerrandgucker“