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Alumni-Fest und Zentrale Promotionsfeier

Die Eberhard Karls Universität freute sich, am 21. Juli 2012 Promovierte und Alumni im Rahmen der Zentralen Promotionsfeier und des Alumni-Fests begrüßen zu dürfen

 

Festrede von Dr. Enno Aufderheide

Zum Auftakt der in das Alumni-Fest eingebetteten Promotionsfeier begrüßte Rektor Prof. Dr. Bernd Engler alle anwesenden Gäste und insbesondere die Promovierten aller Fakultäten, die sich in allen gesellschaftlichen Gebieten verdient gemacht hätten. Er betonte dabei, dass diese durch ihre persönliche Leistung einen innovativen Beitrag zu der Gesamtforschungsleistung der – als exzellent ausgezeichneten – Universität beigetragen haben. Dass alle Anwesenden ihr Vorhaben zum Ende geführt haben, sei eine besonders hervorhebens- und anerkennenswerte Leistung, wozu er allen gratuliere.

Der Festredner Dr. Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, widmete sich dem Thema, warum die Wissenschaft das Leben schöner mache. Das die Schönheit nicht ein von der Wissenschaft losgelöstes Feld sei, zeige sich schon an der Göttin Minerva, die sowohl für die Schönheit, als auch die Wissenschaft stünde.

"Um es mit Kant zu sagen: Schönheit ist objektivierbar"

Eine Promotion und damit die intensive Beschäftigung mit der Wissenschaft, mache das Leben schöner, da es die Umwelt in ihrer gesamten Komplexität und Facetten erkennen ließe. Aufderheide brachte dazu an, dass zu einem gelungenen schönen Leben zum einen der Einsatz mit und für andere stünde und zum anderen ein Selbstverständnis, eines verstehenden und handelden Subjektes, das gerade nicht zu einem "Spielball" anderer würde.

Als Beweis für seine erste These – Wissenschaft hilft uns, Schönheit zu erkennen – führte er an, dass bereits die Ur-Menschen in Wandmalereien das Wesen anderer Gestalten vollkommen detailliert erfasst und memoriert hätten. Heute könne dieser "Glanz der Wahrheit" noch betrachtet werden.

Für seine zweite These – Wissenschaft hilft uns zu lieben – zeigte er den Lebensweg von Alexander von Humboldt auf. Dieser erkannte auf einer Weltreise, dass der empfängliche Geist beim bloßen Betrachten der Natur einen großen Genuss empfände. Je mehr er aber über ihre Facetten und Komplexität wisse, desto intensiver sei dieser Genuss. Wie von Humboldt schon in seiner regionalen Forschung gefordert hätte, müsse in der Wissenschaft global und nachhaltig gedacht werden, insbesondere in Hinblick auf die natürlichen Lebensgrundlagen.

Die dritte These – Wissenschaft könne verändern –, sei insbesondere durch den in Tübingen promovierte Literaturwissenschaftler Neville Alexander, der während der Apartheid zusammen mit Nelson Mandela in dem Gefängnis Robben Island Konzepte für einen gewaltfreien Machtwechsel erarbeitete, belegt. Sie begannen etwa im Laufe der Gefangenschaft, ihre Aufseher zu unterrichten und entwarfen ein schönes Bild von Südafrika. So habe die Wissenschaft maßgeblich dazu beigetragen, die Apartheid 1991 abzuschaffen.

"Wissenschaft braucht Vertrauen und Kooperation"

Aufderheide warnte davor, dass Wissenschaft nicht zu Allmachtsphantasien und Selbstverliebtheit führen dürfe. Gerade die Wissenschaft brauche Ethik und in Zukunft insbesondere das Eintreten für Nachhaltigkeit und Menschenrechte. Es freue ihn aber umso mehr, dass die anwesenden Promovierten zu einer Veränderung beigetragen haben. Durch ihre wissenschaftliche Leistung haben sie dazu beigetragen, Gedanken weiterzudenken und sich nicht mit dem Gedankenstand vor ihrer Promotion zufrieden zu geben. Aufderheide schloss damit, dass die Wissenschaft Vertrauen und Kooperation brauche; dies hätten die Promovierten bewiesen.

Promotionspreis der Juristischen Fakultät an Dr. Felix Graulich verliehen

Bei der Verleihung der Promotionspreise freuten sich Engler und die Dekanin der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Barbara Remmert, den Preis für die Fakultät an Dr. Felix Graulich verleihen zu dürfen. Das Thema seiner Arbeit lautete "Zusammenarbeit von Generalbundesanwalt und Bundeskriminalamt beim Vorgehen gegen internationalen Terrorismus". Auch ehrten Engler und Remmert die 31 frisch promovierten Juristinnen und Juristen.

Prof. Dr. Barbara Remmert berichtet über Forschung an der Juristischen Fakultät

Im Rahmen des Alumni-Festes berichtete Remmert am Nachmittag über die Forschung an der Juristischen Fakultät. Sie zählte dabei zu Beginn eine Vielzahl von Tübinger Professoren auf, die weit über die Stadtgrenzen für die Qualität und Vielschichtigkeit der Forschung bekannt seien. Sie betonte zugleich, dass sich derzeit ein Generationenwandel vollzöge; dieser zeige sich etwa darin, dass 13 von 21 derzeit besetzen Lehrstühlen in den vergangenen zehn Jahren ihren Inhaber gewechselt haben.

Die Forschungsschwerpunkte ließen sich dabei in vier Kategorien gliedern, deren Inhalt Remmert sogleich erläuterte. Der ersten Bereich seien die Fundamente der Europäischen Rechtsordnung. Die Inhalte würden hierbei von der Digesten-Übersetzung über die Spanische Rechtsgeschichte bis hin zum Kirchenrecht reichen. Tübingen könne auf eine lange Tradition von rechtsgeschichtlicher Forschung zurückblicken.

Ein zweiter Forschungsschwerpunkt liege im Bereich der Unternehmen in Staat und Markt. Hierzu sei nicht nur die Bearbeitung von gesellschaftsrechtlichen, kapitalmarktrechtlichen, arbeitsrechtlichen, insolvenzrechtlichen oder wettbewerbsrechtlichen Fragen zu zählen, sondern beispielsweise auch die von Problemen des WTO-Rechts, des Regulierungsrechts, des Vergaberechts oder des Steuerrechts.

Die Forschung auf dem Gebiet der Freiheit – Sicherheit – Recht sei etwa von Rechtsfragen zur inneren Sicherheit, zur Sicherung der Demokratie oder zum Datenschutz, aber auch durch empirische Forschung z.B. zur Sicherheit an Hochschulen geprägt.

Den vierten Forschungsschwerpunkt sieht Remmert im Bereich der Pluralität der Rechtsordnungen, ein Thema, mit dem sich beispielsweise die Forschung im Internationalen Privatrecht, in der Rechtsvergleichung und im Völkerrecht befasse.

"Es gilt einen Spagat zwischen Grundlagen- und Spezialgebietfoschung zu meistern"

Remmert betonte dabei als Schwierigkeit, dass viele Teile der Forschung in stark spezialisierten Bereichen zu finden sei. Dabei dürfe aber die Forschung zu den dogmatischen Grundlagen der Kernfächer nicht vernachlässigt werden.

Zur Wahrnehmbarkeit der Forschung der Juristischen Fakultät Tübingen hob Remmert hervor, dass Tübinger Professoren und Privatdozenten in nahezu allen Großkommentaren vertreten seien. Das gelte auch für die jüngere Generation. Zudem Auch seien viele Lehrende Herausgeber renommierter Fachzeitschriften.

Die Qualität der Forschung könne unter anderem an der Zahl an Rufen an andere Fakultäten. So hätten alle der in den letzten zehn Jahren neu nach Tübingen gekommenen Professoren in dieser Zeit einen Ruf erhalten oder bereits bei der Berufung nach Tübingen mehrere Fakultäten zur Auswahl gehabt. Auch die eingeworbenen Drittmittel belegen die Qualität der Forschung, so Remmert.

Zuletzt betonte die Dekanin, dass die Professoren auch an höchsten Gerichten und in Fachgremien breit vertreten sein. Ebenso werde die Foschung durch emeritierte und pensionierte Kollegen, die Honararprofessoren und den akademischen Mittelbau vorangetrieben.

Forschung und Lehre sind ohne eine ausreichende Infrastruktur nicht möglich. Remmert zeigte sich dankbar, dass die Alumni-Vereinigung der Juristischen Fakultät, die Juristische Gesellschaft Tübingen e.V., die Fakultät fortlaufend unterstützt und warb sowohl für die Mitgliedschaft in dieser Vereinigung als auch für das Deutschlandstipendium.

Sabine Krauch und Manfred Gerblinger über die Dienstleistungen von Seminar und Computerzentrum

Den Abschluss des Programms der Juristischen Fakultät bildeten Vorträge von Sabine Krauch (Leiterin Juristisches Seminar) und Hon.-Prof. Manfred Gerblinger (Leiter Computer Zentrum). Sie zeigten dabei auf, wie die Dienstleistungsangebote der beiden Einrichtungen sowohl die Forschung als auch die Arbeit der Studierenden maßgeblich unterstützen.

 

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