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Präsentation des Bandes „Die Professoren der Tübinger Juristenfakultät (1477–1535)“

Am 31. Oktober 2011 präsentierte der Herausgeber Professor Dr. Sönke Lorenz den in der Reihe des Tübinger Professorenkatalogs neu erschienenen Band 1,2 „Die Professoren der Tübinger Juristenfakultät (1477–1535)“, der von Dr. Karl Konrad Finke bearbeitet wurde, im Großen Senat.
Präsentation des Bandes „Die Professoren der Tübinger Juristenfakultät (1477–1535)“

Tübinger Professorenkatalog 1,2 -Die Professoren der Tübinger Juristenfakultät (1477–1535)

 

In seiner Begrüßung wies der Prorektor Professor Dr. Heinz-Dieter Assmann, LL. M. auf den bereits 2006 erschienenen Vorgängerband 1,1 der Reihe des Tübinger Professorenkatalogs hin, der „Die Matrikel der Magister und Bakkalare der Artistenfakultät (1477–1535)“ zum Gegenstand hat. Er erinnerte daran, dass Dr. Karl Konrad Finke bereits im Februar dieses Jahres am selben Ort vor der Juristischen Gesellschaft über „Kanzler- und Ratstätigkeiten Tübinger Rechtsprofessoren im vorreformatorischen Württemberg“ vorgetragen hatte.

Im Anschluss dankte der 1. Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Tübingen Professor Dr. Wilfried Setzler der Universität für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung des Tübinger Professorenkatalogs. Er wies auch auf die Reihe „Contubernium“ hin, in der bereits einige Studien zur Tübinger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte erschienenen seien.

Danach folgte ein kurzer Abriss des Herausgebers des Professorenkatalogs und früheren Direktors des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften Professor Dr. Sönke Lorenz zur Geschichte der Tübinger Juristenfakultät von ihrer Gründung bis zur Reformation in Tübingen in den Jahren 1534/1535. Zunächst wies er auf ein ernstes Quellenproblem hin. Durch den Brand der Sapienz 1534 sei ein großer Teil des amtlichen Schriftguts vernichtet worden. Es seien nur Teile der Aktenbestände gerettet worden, die der Rektor zufällig mit nach Hause genommen hätte. Fest stehe aber, dass es im untersuchten Zeitraum jeweils drei legistische Lehrstühle (für weltliches Recht) und drei kanonistische Lehrstühle (für kirchliches Recht) gegeben habe. Insgesamt hätten in vorreformatorischer Zeit 39 Professoren an der Tübinger Juristenfakultät gelehrt. Deren jeweiliges biographisches Profil und wissenschaftliches Werk sei dem vorgestellten Band zu entnehmen.

Der Bearbeiter Dr. Karl Konrad Finke Der Bearbeiter
Dr. Karl Konrad Finke

Lorenz kennzeichnete das Buch als wichtigen Beitrag zur europäischen Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte. Im untersuchten Zeitraum habe es einen europäischen Lehrplan gegeben und Scheine seien überall anerkannt worden. Ein Studium etwa, das den Studenten von Krakau über Leuven nach Wien und schließlich nach Erlangen geführt hätte, sei nicht ungewöhnlich gewesen. Vor diesem Hintergrund erschließe sich die Bedeutung des Bandes weit über die Tübinger Lokalgeschichte hinaus. Weiter ging Lorenz der Frage nach, warum Graf Eberhard im Bart Tübingen statt seinem Residenzsitz Urach als Ort für die Universität auswählte. Möglicherweise lag es daran, dass man über den Neckar leicht das für den Bau benötigte Holz heranschaffen konnte. Freilich seien solche monokausalen Erklärungen mit Vorsicht zu genießen, es stelle sich die Frage nach der „Universität auf dem Holzweg“. Außerdem beschäftigte sich Lorenz mit der Finanzierung der Neugründung. Bildung wurde im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit wie noch zuvor als Angelegenheit der Kirche betrachtet. Mit Genehmigung des Papstes gelang es Graf Eberhard im Bart zwei Drittel des Vermögens des wohlhabenden Sindelfinger Chorherrenstifts für die Gründung der Universität zu übernehmen. Manche der Sindelfinger Chorherren wurden auch Professoren in Tübingen.

Zum Abschluss seiner Ausführungen dankte Lorenz dem Förderverein des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften, dem Universitätsbund und der Max-Cramer-Stiftung für ihre finanzielle Unterstützung sowie Herrn Oliver Haller, M. A. und Herrn Stefan Kötz, M. A. für die redaktionelle Betreuung des Bandes.

Schließlich dankte der Bearbeiter Dr. Karl Konrad Finke Lorenz für die Übertragung der Bearbeitung des Bandes. Sein weiterer Dank richtete sich an seine Frau sowie an seine ehemaligen Kollegen der Württembergischen Landesbibliothek und weiterer Bibliotheken und Archive im In- und Ausland, ohne deren Unterstützung die Erstellung des Bandes nicht möglich gewesen wäre.

Im Anschluss an die Buchvorstellung fand im Kleinen Senat ein Empfang statt.

 

Bibliographische Informationen

Der Band 1,2 des Tübinger Professorenkatalogs kann bspw. hier bezogen werden.

 

 

(Text: Christian Schnabel)