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Tübinger Team gewinnt Roman Law Moot Court

Bereits zum neunten Mal fand vom 6. bis 9.4.2016 der International Roman Law Moot Court statt, bei dem Studierende aus Athen, Cambridge, Liège, Neapel, Oxford, Trier, Tübingen und aus der gastgebenden Universität Wien als Anwälte in einem fiktiven justinianischen Zivilprozess auftreten und versuchen, die Richter auf Englisch vom Standpunkt ihres Mandanten zu überzeugen.

Für die Eberhardina Carolina traten Sima Samari und Susanne Renz als Kläger- sowie Karolin Dirscherl und Adrian König als Beklagtenvertreter auf, die in einem vorangehenden Bewerbungsverfahren ausgewählt worden waren. Das Team, das von Prof. Dr. Thomas Finkenauer und Sebastian Schneider betreut wurde, begann bereits im Januar mit dem Erarbeiten der rechtlichen Probleme des Falles und absolvierte zur Vorbereitung auch einige Probeverhandlungen, bei denen ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Richter fungierten.

Der Fall behandelte verschiedene Probleme des Deliktsrechts (Anforderungen an den Kausalitäts- und Arglistbeweis, Verantwortlichkeit des Anstifters, Mitverschulden) und der Geschäftsführung ohne Auftrag (Subsidiarität, Handeln im Interesse des Geschäftsherrn, Umfang des durch die Geschäftsführung Erlangten) und musste von den plädierenden Anwälten für einen erfolgreichen Auftritt ebenso beherrscht werden wie die ungeschriebenen Regeln der gerichtlichen Etiquette. Auch den kritischen Nachfragen der Richter, zu denen u.a. die Professoren der beteiligten Universitäten zählten, mussten sich die Studenten stellen.

Die umfangreiche Vorbereitung zahlte sich aus: Das Tübinger Team gewann alle Vorrundenbegegnungen gegen Neapel, Oxford und Wien und zog damit als Gruppenerster ins Halbfinale ein, wo es auf die Beklagtenvertreter aus Liège traf. Auch dieses Treffen konnte das Tübinger Team klar für sich entscheiden, so dass es im Großen Finale im Verhandlungssaal des österreichischen Verfassungsgerichts unter dem Vorsitz von Verfassungsrichter Dr. Schnizer auf das Klägerteam der Universität Cambridge traf. Trotz kleinerer Schwächen konnten sich die Tübinger auch gegen die Muttersprachler mit profunder Argumentation und rhetorischem Geschick durchsetzen und damit einen verdienten ersten Sieg für Tübingen seit dem Bestehen des Wettbewerbs erringen. Sima Samari und Karolin Dirscherl wurden bei der Preisverleihung im Rahmen des Clifford Chance LLP European Private Law Dinner zudem für ihre außergewöhnlichen rhetorischen Fähigkeiten als beste bzw. drittbeste Rednerin des gesamten Wettbewerbs ausgezeichnet.

Nähere Informationen zum Roman Law Moot Court finden Sie hier: http://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_und_dozenten/finkenauer/romanlawmootcourt

Text: Sebastian Schneider