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Symposium "Kriminologie und Strafvollzug"

Das Institut für Kriminologie veranstaltete am 19. März im Großen Senat ein Symposium mit Vorträgen aus Kriminologie und Strafvollzugswissenschaft. Anlass war der 65. Geburtstag von Honorarprofessor Dr. Rüdiger Wulf am 21. März. Institutsdirektor Prof. Dr. Jörg Kinzig begrüßte um 9.30 Uhr über 70 Teilnehmende aus Wissenschaft und Vollzugspraxis. Er würdigte das Engagement von Herrn Wulf in Forschung und Lehre, insbesondere im Rahmen von innovativen Projekten. Dieser erinnerte an das Wirken des ersten Institutsdirektors Prof. Dr. Dr. Hans Göppinger und des Staatsrechtlers Prof. Dr. Günther Dürig sowie ihre Prägung auf ihn für die Angewandte Kriminologie und die Menschenrechte von Gefangenen. Er betonte die Bedeutung von Interdisziplinarität und Kooperation in der Kriminologie bzw. im Spannungsverhältnis von Politik, Wissenschaft und Praxis. Zu Beginn seiner Moderation der Vorträge dankte er den Referenten aus ihm nahestehenden Forschungseinrichtungen und stellte einen erweiterten Tagungsband in Aussicht.

Im ersten Vortragsblock berichtete Prof. Dr. Rita Haverkamp, Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement, über das aktuelle Projekt VERSS in Wuppertal und Stuttgart zur gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt. Prof. Dr. Tilman Becker, Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim, beleuchtete die vielfältigen Zusammenhänge von Glücksspiel und Kriminalität auf Makro- und Mikroebene. Prof. Dr. Dieter Dölling. Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Heidelberg, stellte eine Evaluation der Behandlung von tatgeneigten Männern im Vorfeld von Sexual- und Gewaltstraftaten vor.

Der zweite Teil begann mit einem Überblick über Restorative Justice und Täter-Opfer-Ausgleich, insbesondere im Vollzug, durch Dr. Michael Kilchling, wissenschaftlicher Referent am MPI Freiburg und Vorsitzender des European Forums for Restorative Justice. Er stellte fest, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse nach und nach nun auch in die Praxis umgesetzt werden und die Strafrechtspflege und den Strafvollzug verändern. Junior-Prof. Dr. Tillmann Bartsch und Diplom-Pädagogin Katharina Stelzel vom Tübinger Institut skizzierten ein von der Universität Tübingen gefördertes Projekt über Muslime in Justizvollzug in Kooperation mit dem Zentrum für Islamische Theologie und den Kriminologischen Dienst Baden-Württemberg. Dessen Leiter, Oberpsychologierat Dr. Joachim Obergfell-Fuchs, problematisierte die Gewährleistung der Grund- und Menschenrechte im Strafvollzug und stellte das bewährte Instrument aus Großbritannien zur Erfassung der Lebensqualität im Gefängnis vor („Measurement of Quality of Prison Life, MQPL“), mit dessen Hilfe das Anstaltsklima erfasst und verbessert werden kann.

Seniorprofessor Dr. Hans-Jürgen Kerner, von 1986 bis 2006 Direktor des Instituts für Kriminologie, blickte auf die Aktivitäten von Herrn Wulf in mehreren Forschungsfeldern und unterschiedlichen Institution zurück. Gegen 13 Uhr verabschiedete er die Teilnehmenden mit Dank für die aufschlussreichen Beiträge und lud zum Ausklang beim Mittagessen im „Bella Roma“.

Bilder vom Symposium finden sie hier.

Fotos: Eric Gerblinger / Text: Prof. Rüdiger Wulf