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Examensfeier

Am 5. Februar 2014 erhielten im Rahmen der gemeinsam mit dem Landesjustizprüfungsamt veranstalteten Examensfeier die Absolventen der Ersten juristischen Staatsprüfung ihre Zeugnisse. Ebenso wurden die Gold- und Silberdoktoranden der Fakultät geehrt.


„Keine Kuschelnoten“

Nach der musikalischen Einleitung durch das Klarinetten-Duo der Musikschule Tübingen begrüßte der Dekan Prof. DrJörg Kinzig die frisch Examinierten, Angehörigen und Promotionsjubilare. Angesichts einer jüngeren Stellungnahme des Wissenschaftsrates, so fuhr Kinzig fort, könnte der Eindruck erweckt worden sein, dass an deutschen Universitäten „Kuschelnoten“ verteilt werden. So werden in Biologie 98 % der Absolventen mit der Note gut oder sehr gut ausgezeichnet, in Jura gerade mal 7 %. Es sei also kein Kinderspiel, das Juristische Studium erfolgreich abzuschließen. Kinzig betonte abschließend, dass das erste Staatsexamen noch nicht das Ende der Ausbildung sei und dass insbesondere die Promotionsjubilare beeindruckend zeigen, welch mannigfaltige Werdegänge den Examinierten bevorstehen können.

Von der Klausur bis zum Prüfungsbescheid

Christian Liefke vom Landesjustizprüfungsamt (LJPrA) erinnerte an den 12. Dezember 2013, an dem die Kandidaten ihren Prüfungsbescheid erhielten. Da habe sich sicherlich manch einer gefragt, warum eigentlich so viel Zeit zwischen letzter Klausur und Bescheid läge. Liefke zeichnete aus diesem Grund den Weg der insgesamt etwa 4650 baden-württembergischen Klausuren von den Außenstellen des LJPrA zu den Erst- und Zweitkorrektoren und schließlich zurück an das LJPrA nach. Er stimme Graham Greene zu, der feststellte: „Keiner kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist“. Der Tag der Zeugnisübergabe sei der Tag, an dem man stolz auf das Geleistete zurückblicken könne.

Von den 205 Teilnehmern (davon 124 weiblich) konnten fünf Kandidaten die Note "gut" erreichen, wobei der beste Kandidat einen Schnitt von 12,53 Punkten erhielt. Weiterhin konnten 7,8 % die Notenstufe "vollbefriedigend" erreichen.

Festvortrag: 50 Jahre danach – Gedanken eines Juristen zur Promotion

In dem Festvortrag legte Prof. Dr. Wolfgang Grunsky, der selber seine goldene Doktorurkunde in Empfang nehmen konnte, seine Gedanken zu einem Promotionsvorhaben und der Bedeutung eines Doktortitels dar. Gleich zu Beginn erklärte er, dass der Stellenwert des Titels im internationalen Vergleich stark schwanke, weshalb man sich das Vorhaben insbesondere dann besonders gut überlegen solle, wenn man eine Auswanderung plane.

Er warnte sodann vor Themen, die eine hohe Aktualität aufweisen. Bei diesen bestehe zum einen die Gefahr, dass viele weitere an dem gleichen Thema arbeiten und man so eine Vielzahl von Neuerscheinungen ständig im Auge behalten müsse. Natürlich gehe von der Aktualität ein gewisser Reiz aus, dennoch dürfe dieser nicht darüber hinwegtäuschen, dass man „sein“ Thema nicht durch eine Anmeldung oder ähnliches schützen könne. Schmunzelnd empfahl Grunsky vor diesem Hintergrund beispielsweise das Thema „Das Pfandrecht an Bienenstöcken im frühbyzantinischen Recht“.

Als ein weiteres Risiko eines Promotionsverfahrens hob er auch eine mögliche Entziehung des Titels hervor. Während der Amtszeit als Dekan an der Juristischen Fakultät in Bielefeld habe Grunsky kein einziges Verfahren zu einer Entziehung eines Doktortitels einleiten müssen. Heute sei es insbesondere durch die Möglichkeiten des Internets quasi zu einem „Volkssport“ geworden, Plagiate zu finden und aufzudecken. Insgesamt sei es natürlich nicht möglich, einen abschließenden Gefahrenkatalog aufzustellen.

„Was kann ich wissen und was soll ich tun?“

Die Studierendensprecherin Helen Laura Thoma stellte die vier Fragen, in deren Beantwortung Immanuel Kant das Feld der Philosophie sah: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?

Sie arbeitete dabei heraus, dass das Studium den Absolventen ein breites Wissen über das Recht verschafft habe; dieses Wissen über Recht ginge über das im Gesetz geschriebene Recht hinaus und umfasse alle Ordnungssysteme. Was also solle man damit nun tun? Mit dem erlernten Handwerkszeug seien die besten Voraussetzungen für ein „Eintauchen in die Praxis“ gelegt. Thoma hob schließlich hervor, dass Familie, Freunde und Dozenten einen erheblichen Beitrag zu diesem Erfolg beigetragen hätten. Zu dem „Beginn der Zukunft am heutigen Tage“ wünschte sie den Absolventen, dass sie ihre Chancen und damit ihre Zukunft bestmöglich nutzen können.

Abzüge der von Hoffmann-Fotographie gemachten Aufnahmen können Sie hier bestellen. Benutzername und Passwort wurden nach der Veranstaltung mitgeteilt, werden vom Dekanat auf Anfrage aber gerne zur Verfügung gestellt.

Bilder: Hoffmann-Fotografie