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Institut für Kriminologie

Indikation und Inhalte jugendrichterlicher Weisungen gem. § 10 JGG

Mit dem 1. JGGÄndG von 1990 wollte der Gesetzgeber durch die Aufnahme zusätzlicher erzieherischer Maßnahmen in den Katalog der „Weisungen“ des § 10 JGG - als Teil der sog. Erziehungsmaßregeln - den Erziehungsgedanken des Jugendstrafrechts im Sinne einer positiven Beeinflussung der Lebensführung weiter stärken. Befunde aus der Auswertung von Rechtspflegestatistiken sowie aus einigen Aktenerhebungen werden verbreitet dahin gedeutet, dass sich das gesetzgeberische Anliegen, insbesondere das stationäre Zuchtmittel des Jugendarrestes sowie die (unbedingte) Jugendstrafe zurück zu drängen, nicht realisiert habe. Bezüglich der Weisungen wird ein quantitativer Bedeutungsverlust gegenüber den auf Unrechtsahndung ausgerichteten Zuchtmitteln hervorgehoben. Eigene erste Auswertungen von Statistiken und Akten legen nahe, dass diese Einschätzungen die Realität nicht ganz zutreffend widerspiegeln. Es drängt sich vielmehr die für jugendkriminologische Forschung, Theorie und Praxis des Jugendstrafrechts sowie Jugendkriminalpolitik bedeutsame Hypothese auf, dass Weisungen über Bagatellstraftaten hinaus ein wichtiges qualitatives und geeignetes Instrument der material erzieherischen Reaktion auf Delikte auch soziobiographisch belasteter Jungtäter (geworden) sind. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Hypothese durch detailliert vertiefende Erhebungen zu überprüfen und ggf. als gültig zu belegen.

 

Englische Version

By way of the 1st JGGÄndG of 1990 the legislator intended to strengthen the principle of education in juvenile criminal law in the sense of a positive influence on juveniles’ conduct of life by integrating further educational measures in the catalogue of educational orders in § 10 JGG as one part of the “educational restrictions” of the JGG (Erziehungsmaßregeln). Findings from the analysis of crime statistics and a series of file reviews are commonly interpreted as indicating that the legislator’s aim to force back short-time juvenile detention (Jugendarrest) as a correctional measure (Zuchtmittel) and unsuspended youth custody had not been realized. With regard to educational orders a qualitative loss of practical importance in relation to correctional orders, which are directed at punishing wrong, is accentuated. Own preliminary analyses of crime statistics and court files, however, suggest that these estimations do not reflect reality entirely sufficiently. On the contrary, the conjecture that educational orders are (or have become) an important qualitative and suitable tool of substantial educational reaction to offences of also socio-biographically disadvantaged juvenile offenders, which is applied to more than only petty offences. The designated target of this evaluation is to examine and, where appropriate, to verify the previously mentioned conjecture.

 


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