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Institut für Kriminologie

Gewaltkriminalität und Mittäterschaft von Jungen und Mädchen

Geschlechtsspezifische Unterschiede der polizeilich registrierten Gewaltkriminalität bei Gruppentätern in der Kindheits- und Jugendphase - exemplarische Analysen anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Landes Baden-Württemberg.

 

Ziel des Forschungsprojektes ist es, Alleintäterschaft im Vergleich zur Delinquenz in Gemeinschaft mit anderen, namentlich von Tätergruppen und Täterbanden, als zeitlich wie sachlich getrennt behandeltes Phänomen unter Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Bei der Sichtung des Forschungsstandes wird deutlich, dass die traditionelle Analyse der PKS für wissenschaftliche Fragestellung eher unbrauchbar ist, da verfügbares Datenmaterial primär in Aggregatdatenform vorliegt. Seit der Einführung von PKS-Neu, die auf einer relationalen Datenbank beruht, ergibt sich erstmals die Möglichkeit, eine differenzierte Analyse von Individualdatensätzen durchzuführen.

In der ersten Projektphase war es das Ziel, die sehr umfangreichen relationalen Datensätze der PKS einer wissenschaftlichen Analyse mit den entsprechenden Analyseprogrammen zugänglich zu machen. In der derzeit laufenden Auswertungsphase steht die Gewaltkriminalität (Raubdelikte und Körperverletzungsdelikte) von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (hier speziell die Altersgruppen von sieben bis 25 Jahren) im Fokus der Analyse. Dabei spielen Tätergemeinschaften eine besondere Rolle. Die Ergebnisse können mit angloamerikanischen Studien über „Co-Offending“ verglichen werden. Weitere kontrastierende Untersuchungsgruppen sind das Geschlecht, die Staatsangehörigkeit und die Mehrfach- bzw. Intensivtäterschaft.

Dieses Forschungsprojekt wird in Zusammenarbeit mit dem LKA Baden-Württemberg durchgeführt. Für die Analysen steht als Ausgangsdatensatz die relationale Datenbank zur PKS-BW 2010 vollständig zur Verfügung; er enthält Angaben zu 572.049 polizeilich registrierten Fälle sowie zu 230.283 ermittelten Tatverdächtigen. Weiter stehen der Forschergruppe die Datensätze 1988 bis 2009 zur Verfügung, so dass in späteren Analyseschritten auch die Längsschnittperspektive berücksichtigt werden kann.

 

Veröffentlichungen

Bislang gibt es im Projekt nur interne Arbeitspapiere. Zum Thema Gewalt bzw. Gewaltbereitschaft von Jugendlichen gibt es thematisch vorbereitende Veröffentlichungen aus Befragungen:

Kerner, H.-J., Stroezel, H., Wegel, M.: Erziehungsstile, Wertemilieus und jugendlicher Drogenkonsum in unterschiedlichen Schülerpopulationen. In: Emil Plywaczewski (Hrsg.): Current Problems of the Penal Law and Criminology. Volume 4. Bialystok: Temida 2009, S. 247-270.

Kerner, H.-J., Stroezel, H., Wegel, M.: Gewaltdelinquenz und Gewaltaffinität bei jungen Menschen in verschiedenen sozialen Milieus. Trauma & Gewalt 5, Heft 1, 2011, S. 20-35.

Kerner, H.-J., Stroezel, H., Wegel, M., Weitekamp, E. G. M.: Werthaltungen, Normorientierungen und Devianzbereitschaft in unterschiedlichen Jugendmilieus: von Jugendstrafgefangenen bis zu Gymnasialschülern und Studierenden. In: Heinz-Dieter Assmann / Frank Baasner / Jürgen Wertheimer (Hrsg.): Normen, Standards, Werte - was die Welt zusammen hält. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2012, S. 87-106.

Wegel, M.: Gewaltverhalten, Sozialisation und Wertorientierungen in unterschiedlichen Schülermilieus. Ergebnisse der Tübinger Schülerbefragung. In: Bannenberg, B., Jehle, J.-M. (Hrsg.): Gewaltdelinquenz. Lange Freiheitsstrafe. Delinquenzverläufe. Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg 2011, S. 85-98 (Neue Kriminologische Schriftenreihe, Band 113. Hyperlink:
http://www.krimg.de/drupal/files/KrimG_Schriftenreihe_Band_113.pdf ).


Forschergruppe

Prof. Dr. Hans-Jürgen Kerner
Tel. 07071-29 72931
E-Mail: hans-juergen.kerner@uni-tuebingen.de
Dr. Holger Stroezel
Tel. 07071-29 72026
E-Mail: holger.stroezel@uni-tuebingen.de
Dr. Melanie Wegel
E-Mail: mwegel@ife.uzh.ch