Gewaltphänomene im (Amateur-)Fußball
Allerorts wird über eine Zunahme der Quantität und Qualität von Gewalthandlungen im Fußballsport, insbesondere im Amateurbereich, berichtet. Die Studie soll – zunächst für den Bereich des Württembergischen Fußballverbands – klären, inwieweit sich die Häufigkeit gewalttätiger Verhaltensweisen (im Hell- und Dunkelfeld) in den letzten Jahren verändert hat, ob es typische Erscheinungsformen von Gewalt im Fußball (im Hinblick auf Ursachen und Motivlagen) gibt und wie sich die Reaktionsformen auf Gewalt im Fußball (informelle Lösungsstrategien, sportinterne Sanktionen durch Vereins- und Verbandsstrafen bis zur Ahndung durch die staatliche Strafjustiz) gestalten.
Im Rahmen der Untersuchung sollen vor allem kriminologisch relevante Faktoren von Tätern und Opfern (insbesondere Alter, Geschlecht, ethnische und regionale Herkunft, „Professionalisierungsgrad“ der Schiedsrichter und Spieler, „Organisationsform“ der Zuschauer, Sicherheitsgefühl der Spielakteure) im Mittelpunkt stehen.
Daran anschließend werden bestehende Präventionskonzepte, insbesondere die Änderungen bei der Spielaufsicht durch den wfv ab der Spielzeit 2010/2011 sowie das Konzept „wfv für Toleranz und Fairness – gegen Gewalt“, näher beleuchtet und auf ihr Präventionspotential hin untersucht.
Hierfür werden sämtliche Sportgerichtsurteile der Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 ausgewertet, die schwere Vergehen (Spielsperren ab 3 Monaten) beinhalten sowie unabhängig vom Strafmaß alle Spielabbrüche und tätliche Angriffe auf Schiedsrichter.
Zusätzlich wird seit Oktober 2011 auf dem kompletten wfv-Verbandsgebiet eine Befragung der württembergischen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durchgeführt. Die Unparteiischen werden unter anderem zu ihrem persönlichen Sicherheitsgefühl und ihrem Meldeverhalten bezüglich von Gewaltvorkommnissen befragt.
Mit ersten Ergebnissen ist zum Verbandstag des wfv im Mai 2012 zu rechnen.
Kooperationspartner
Württembergischer Fußballverband
Ansprechpartner:
Thaya Vester
Tel. 07071/29-72017
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