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Zu den Anfängen der Tübinger Juristenfakultät

Auf einer Vortragsveranstaltung der Juristischen Gesellschaft Tübingen e.V. sprach Dr. Konrad Finke am 1. Februar 2011 zu den Kanzler- und Ratstätigkeiten Tübinger Rechtsprofessoren im vorreformatorischen Württemberg
Zu den Anfängen der Tübinger Juristenfakultät

Dr. Konrad Finke

Dass die Professoren der Tübinger juristischen Fakultät schon in ihren Anfängen seit 1477 bis zur Reformation eine wichtige Rolle in der Landespolitik spielten, wurde beim Vortrag von Konrad Finke vor der Juristischen Gesellschaft Anfang Februar deutlich. Der frühere Bibliotheksdirektor an der Landesbibliothek stellte im Großen Senat seine aktuelle historische Forschung vor, die im Frühjahr als zweiter Band des von Sönke Lorenz herausgegebenen „Tübinger Professorenkatalogs“ in Buchform erscheint.

Finke betonte die Schlüsselrolle Tübinger Juristen von Johannes Vergenhans (erster Rektor) über Martin Prenninger und Gregor Lamparter bis hin zu Johannes Lupfdich. Die Professoren des Kirchenrechts und weltlichen Rechts an der jungen Alma Mater kamen zunächst aus Basel oder Konstanz und unterstützten als Räte ihre Grafen bei der Regierung ihrer Territorien. Graf Eberhard im Barte etwa, der Universitätsgründer, konnte die Vereinigung der Landesteile 1482 nicht ohne die Hilfe seiner Rechtsgelehrten - unter ihnen ragte Vergenhans alias „Nauclerus“ heraus -, d.h. dem in Tübingen ausgebildeten Nachwuchs bürgerlicher Räte, bewältigen. So waren 1484/85 von 109 reisenden Räten nur noch 40 adeliger Herkunft. Gemessen an den Studierenden, gelang dem Grafen 1477 der zweitbeste Gründungserfolg unter den Neugründungen deutscher Hochschulen in der zweiten Hälfte des 15. Jh. (nach Ingolstadt, der seit 1472 bestehenden und über Landshut erst 1826 nach München verlegten bayerischen Universität).

Insgesamt war die personelle Kontinuität Tübinger gelehrter Professoren und Räte bei Hof bemerkenswert, so das Fazit Finkes: „Ihr Herrschaftswissen war für die Politik der Territorialherren von vitaler Bedeutung – sowohl wegen der atomisierten Rechts- und Besitztitel als auch wegen der vielschichtigen Dienstbindungen an ihren Höfen.“

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion lud die Juristische Gesellschaft noch zu einem kleinen Empfang.

 

Weitere Bilder dieser Veranstaltung finden Sie hier.